Erstellt am 14. August 2014, 09:49

von APA Red

Freude über gute Schwammerlernte. Während Sonnenhungrige über den durchwachsenen Sommer maulen, begeistert dieser Schwammerlsucher, die sich heuer über gute Ernte freuen können. Der Wechsel von Regen und wärmeren Tagen ist dem Pilzwachstum äußerst förderlich.

Übertreiben sollte man das Sammeln dennoch nicht: Nach heimischem Recht dürfen nämlich nur zwei Kilogramm pro Tag zum Eigenbedarf gebrockt werden.

Langfristige Reaktionen auf andere Umwelteinflüsse

Gerade der Juli ist in Ostösterreich normalerweise ein schlechter Pilzmonat. In durchschnittlichen Jahren sind hier Juni, September und Oktober die besten Schwammerlzeiten. In den Alpen hingegen fehlt es den Pilzen weniger an Feuchtigkeit, sondern mehr an Wärme, daher sind hier Juli und August die besten Zeiten für Sammler.

Nicht überall fällt - trotz perfekten Wetters - die Schwammerl-Ernte gleich üppig aus. Diese reagieren nämlich langfristig auch auf andere Umwelteinflüsse. Einige der beliebtesten Speise-Pilze sind besonders empfindlich gegenüber Stickstoff-Einträgen aus der Atmosphäre. Eine Auswirkung davon: Eierschwammerl werden in der Nähe von Ballungsräumen immer seltener.

Durch Symbiose unverzichtbare Rolle für den Wald

Pilze zählen weder zu den Tieren noch zu den Pflanzen, sondern bilden eine eigene Gruppe im Reich des Lebendigen. Das Schwammerl ist nur ein kleiner Teil des Pilzes, nämlich dessen Fruchtkörper. Das eigentliche Lebewesen ist das Mycel, ein Geflecht aus feinen Pilzfäden - sogenannten Hyphen - im Boden.

Diese Mycelien können sich dabei über große Flächen erstrecken. Der sogenannte Dunkle Hallimasch gilt sogar als größtes Lebewesen der Welt. Sein Mycel kann sich über ganze Wälder erstrecken, den Rekord hält ein Exemplar im US-Bundesstaat Oregon mit einer nachgewiesenen Ausdehnung von 890 Hektar.

So klein und unscheinbar sie auch sein mögen, für den Wald spielen sie eine unverzichtbare Rolle. In Symbiose mit den Wurzeln der Bäume lassen sie diese nachweislich schneller und besser wachsen und sorgen für zusätzliche Feuchtigkeit. Beim Schwammerlsuchen sollte daher auch in guten Jahren möglichst schonend mit dem Lebensraum Waldboden umgegangen werden, großflächiger Raubbau schadet nicht nur dem Pilz sondern letztlich auch dem Wald, warnen Wissenschafter.

Devise zur Gefahrenvermeidung: "Korb statt Plastiksackerl"

Schwammerlsuchen ist zwar ein Vergnügen - der Verzehr birgt aber auch Gefahren, da viele Pilze giftige oder zumindest ungenießbare Doppelgänger haben. Im Zweifelsfall helfen die österreichweit eingerichteten Pilzberatungsstellen in den Marktämtern kostenlos bei der Identifizierung. Prinzipiell sollten aber nur jene Schwammerln mitgenommen werden, die man eindeutig kennt.

Als Hauptnahrungsmittel sind Pilze nicht geeignet. Neben ihrem hohen Wassergehalt von rund 80 Prozent liefern sie dem menschlichen Körper jedoch Eiweiß, etwas Kohlenhydrate, Vitamine (D, B1, B2, A, C) und Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Mangan und Eisen.

"Korb statt Plastiksackerl" lautet die Devise - durch den Luftabschluss kann es nämlich zu Fäulnis und zur Bildung von Giftstoffen kommen, wodurch auch gut bekömmliche Pilze toxische Wirkungen hervorrufen können.