Erstellt am 02. September 2015, 14:08

von APA Red

Fünf Festnahmen bei Schwerpunktkontrollen. Die Wiener Landespolizeidirektion hat am Mittwoch Zahlen zur seit Sonntag laufenden Schwerpunktaktion gegen die Schlepperkriminalität auf den Hauptverkehrsrouten bekannt gegeben.

 |  NOEN, APA (Symbolbild)

Neben einer Festnahme nach einem gefährlichen Transport von 24 junge Afghanen in einem zugeschweißten Kastenwagen wurden vier weitere Personen festgenommen, die Flüchtlinge in überfüllten Minivans transportiert hatten.

Das besondere Augenmerk auf Schlepperfahrzeuge führte so bereits am Montag dazu, dass die Exekutive auf einem Parkplatz in der Leopoldstadt auf zwei Minivans mit schwedischen Kennzeichen aufmerksam wurden. In einem der Fahrzeuge, einem VW Touran, befanden sich acht Personen.

x  |  NOEN, ROBERT JAEGER (APA)

Die vier Männer, zwei Frauen und zwei sehr junge Mädchen waren laut Polizeiangaben aus dem Irak geflohen. Die beiden mutmaßlichen Schlepper, ein 37-jähriger Kanadier und ein 26-jähriger syrischer Staatsbürger, wurden festgenommen.

Zwei weitere Festnahmen gab es in der Nacht auf Mittwoch. Die erste erfolgte um 1.40 Uhr nahe der Autobahnabfahrt Simmeringer Haide, nachdem in einem überladenen Minivan mit verdunkelten Seitenscheiben zehn Personen entdeckt wurden.

In dem Fahrzeug, das von den Beamten in der Johann-Petrak-Gasse gestoppt wurde, waren beide Rückbänke ausgebaut, die vier Männer, drei Frauen und drei Kleinkinder aus dem Irak, waren zusammengedrängt am Boden des Fahrzeuges. Sie wurden erstversorgt. Bei dem mutmaßlichen Schlepper handelt es sich um einen 47-jährigen serbischen Staatsbürger.

x  |  NOEN, ROBERT JAEGER (APA)

In der Leopoldstadt wurde um 4.30 Uhr ein überladener Minivan mit abgedunkelten Scheiben kontrolliert, in dem sich elf aus dem Irak und Syrien geflohene Personen befanden, darunter zwei Kleinkinder. Die Flüchtlinge waren zusammengepfercht im hinteren Teil des Fahrzeuges. Die mutmaßliche Schlepperin, eine 40-jährige türkische Staatsbürgerin, wurde festgenommen.

Im Burgenland erfolgten bisher 24 Festnahmen. Nachdem im gesamten Bundesgebiet am Montag insgesamt 307 Flüchtlinge aufgegriffen wurden, waren es gestern Dienstag 305 Personen, berichtete Oberstleutnant Helmut Marban der APA. 239 Menschen wurden seit Sonntag alleine bei den Fahrzeugkontrollen angehalten.

Die Lage sei angesichts der Umstände aber "normal" und von den Zahlen her - es gab auch heute Vormittag bereits wieder rund 100 Aufgriffe - unverändert, sagte Marban. "Extreme Fälle waren bisher keine dabei". Dies bedeute, dass bei den Kontrollen im Burgenland zwar keine Menschen akut gefährdet waren, diese jedoch geschwächt und meist in überfüllten Fahrzeugen angetroffen wurden.

"Es sind uns bereits interessante Erkenntnisse erwachsen", zog der Oberstleutnant eine erste Bilanz. Man agiere jedenfalls flexibel auf das Verhalten der Schlepper, wie es im Grundkonzept der Aktion vorgesehen war, Details wurden klarerweise keine bekannt gegeben.

Der Hotspot der Kontrollen ist weiterhin der Bezirk Neusiedl am See und dort die ehemalige Grenzstelle an der Ostautobahn (A4) in Nickelsdorf. Polizeisprecher Gerald Pangl berichtete, dass sich bei der dortigen Erstversorgungsstelle gegen Mittag zwischen 50 und 60 Flüchtlinge befanden.