Erstellt am 24. Juni 2014, 13:09

Fünf Jahre Haft für Kindesmissbrauch in Wien. Wegen des Missbrauchs von drei kleinen Mädchen in über 80 Fällen ist am Dienstag ein 43-jähriger Wiener zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Der Mann wird zudem in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Beschuldigte erbat sich nach Ergehen des Richterspruchs drei Tage Bedenkzeit. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

Mildernd wurden die bisherige Unbescholtenheit sowie das Geständnis des Angeklagten gewertet. Erschwerend waren das Zusammentreffen mehrerer Verbrechen sowie der lange Tatzeitraum von zweieinhalb Jahren. Somit erfolgte der Schuldspruch wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses und wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material.

Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde der 43-Jährige freigesprochen, da bei den Kindern keine entsprechenden Verletzungen festgestellt wurden, sagte Richter Andreas Böhm. Auch vom Vorwurf des Missbrauchs eines Buben aus dem Jahr 2006 (rpt. 2006) wurde im Zweifel freigesprochen.

"Sucht wurde immer größer"

"2008 hat das angefangen, ich hab' mir die pornografischen Fotos runtergeladen und dann ist es immer schlimmer geworden", sagte der bisher unbescholtene 43-Jährige vor dem Schöffensenatsvorsitzenden Richter Andreas Böhm. Er habe die Kinderpornos dann wieder gelöscht, um sie wenig später doch wieder hochzuladen. "Ich war in einer eigenen Welt. Ich hab' es nicht mehr kontrollieren können."

Mit Frauen habe er nur kurze Beziehungen geführt, so auch 2010 zu der Mutter seines ersten Opfers. Auch als die Beziehung in die Brüche ging, kümmerte er sich um das Mädchen, machte mit ihm Ausflüge, das Kind durfte sogar bei ihm übernachten. "Ich hatte keine Hintergedanken zunächst, erst als die Beziehung mit der Mutter in die Brüche ging", sagte der 43-Jährige. Über 50 Mal soll er über das Mädchen hergefallen sein und die Kleine auch in eindeutigen Positionen fotografiert haben. "Die Mutter hat keinen Verdacht geschöpft, sie hat mir vertraut. Und dem Kind hab' ich gesagt, es soll nichts sagen, das ist unser Geheimnis."

Da die "Sucht immer größer wurde", machte sich der Mann auch zwei weitere Kinder aus dem Bekanntenkreis heran, wie ihm die Anklage vorwirft. Mit "Doktorspielen" brachte er die Kinder zu den sexuellen Handlungen. Die beiden Halbschwestern mussten über 30 Übergriffe des 43-Jährigen über sich ergehen lassen, ehe sich im Oktober 2013 ein Kind einem Familienmitglied anvertraute, das wiederum die Exekutive verständigte. "Gut, dass sie da sind, ich bin eine Gefahr für Kinder", sagte der Beschuldigte laut Einvernahmeprotokollen zu den Polizisten bei seiner Festnahme.

Der Mann zeigte sich vor Gericht größtenteils geständig, einen mitangeklagten Übergriff auf einen Buben aus dem Jahr 1997 dementierte der Beschuldigte heftig. Die Opferanwältin berichtete von mehr Opfern, deren Fälle jedoch bereits verjährt sind.