Erstellt am 20. April 2014, 09:49

Fünf Tote bei Schusswechsel in der Ostukraine. Bei einem Angriff auf einen Stützpunkt prorussischer Separatisten nahe der ostukrainischen Stadt Slawjansk sind in der Nacht auf Sonntag mehrere Menschen getötet worden. Laut dem russischen Staatssender Rossija 24 starben fünf Personen, als Unbekannte die Kontrollstelle in dem Dorf Bilbasiwk angriffen.

Ein prorussischer Milizenchef sprach von vier Toten bei dem Schusswechsel an der Straßensperre. Unter den Opfern befanden sich den Berichten zufolge drei Separatisten und zwei bzw. einer der Angreifer. Eine offizielle Bestätigung für den Vorfall gab es zunächst nicht. Slawjansk wird seit ein paar Tagen von prorussischen Separatisten kontrolliert.

Die Regierung in Kiew hatte am Samstag angekündigt, die Militäreinsätze gegen die prorussischen Milizen bis nach den Osterfeiertagen auszusetzen - auch um ihnen Zeit für die Umsetzung der Vereinbarungen von Genf zu geben. Dort hatten sich die Außenminister der Ukraine, Russlands und der USA mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton bei einem Krisentreffen am Donnerstag auf die "Entwaffnung illegaler bewaffneter Gruppen", die Räumung besetzter Gebäude und eine Amnestie geeinigt. In Slawjansk wie in anderen Städten in der Ostukraine weigern sich die prorussischen Milizen jedoch, ihre Waffen niederzulegen und besetzte Gebäude zu räumen.

Russland hatte erst am Samstag versichert, keinen Militäreinsatz in der Ukraine vorzubereiten. Präsident Putin habe sich zwar eine Vollmacht geben lassen, um russische Bürger in dem krisengeschüttelten Land notfalls zu schützen, sagte Kreml-Sprecher Peskow. Allerdings unternehme Russland "nichts, was von Einmarschplänen zeugen würde".

Der deutsche Außenminister Steinmeier sprach sich unterdessen gegen die Androhung weiterer Sanktionen aus. "Ich wünsche mir manchmal, dass dasselbe Engagement, das in der Sanktionsdebatte aufgebracht wird, auch bei der Vermeidung weiterer Zuspitzungen bestände", sagte Steinmeier der Zeitung "Bild am Sonntag".