Erstellt am 19. November 2014, 11:10

von APA/Red

Zierhofer-Kin wird Intendant der Wiener Festwochen. Tomas Zierhofer-Kin (46), derzeit Leiter des Donaufestivals in Krems, wird neuer Intendant der Wiener Festwochen.

Er wurde am Mittwoch von Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) als Nachfolger von Markus Hinterhäuser, der nach den Festwochen 2016 zu den Salzburger Festspielen wechselt, präsentiert. Zierhofer-Kin hatte gemeinsam mit Hinterhäuser das "Zeitfluss"-Festival geleitet.

Zierhofer-Kin hat einen Fünfjahresvertrag ohne Verlängerungsmöglichkeit unterschrieben. Man wolle beim Prinzip der rascheren Intendantenwechsel bleiben, es habe sich jedoch ein Fünf-Jahres-Zeitraum als sinnvoller herausgestellt als ein Dreijahresvertrag, wie ihn etwa Markus Hinterhäuser derzeit habe, sagte Festwochen-Präsident Rudolf Scholten.

Festwochen wollen "Vorreiterrolle" erfüllen

Auf die Ausschreibung haben sich 16 Bewerber hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum beworben, mit rund einem Dutzend europäischer Festivalmacher habe man grundsätzliche Gespräche über die Zukunft städtischer Kulturfestivals geführt, so Scholten. Die Bedingungen der Kulturarbeit hätten sich in Wien in den vergangenen Jahren "radikal verändert". "Kulturarbeit hat sich bisher mit diesem Phänomen einfach zu wenig beschäftigt. Große Institutionen erfüllen diesen Auftrag nicht."

Man wolle mit den Festwochen eine "Vorreiterrolle" erfüllen, es gehe um "große Herausforderungen", die "ausgehend von einem sehr hohen Niveau" zu bewältigen wären, sagte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ). Es gelte etwa "für die Zukunft sicherzustellen, dass es neues Publikum für die Wiener Festwochen weit über das Stammpublikum hinaus gibt". Er zeigte sich "sehr beeindruckt", darüber, wie sehr es Zierhofer-Kin beim Donaufestival geschafft habe, "ephemeren Kunstformen Öffentlichkeit zu geben", denn "zeitgenössische Kunst ist oft schwer zu fassen".

"Spartentrennung ist nicht mehr zeitgemäß"

Das erste von Zierhofer-Kin gestaltete Festival wird 2017 in Wien stattfinden. Der designierte Intendant wird auf Musik- und/oder Schauspielchefs verzichten und setzt lieber auf "ein Team von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen als dramaturgischen runden Tisch": "Spartentrennung ist nicht mehr zeitgemäß", sagte Zierhofer-Kin, der einen Spagat schaffen will zwischen Internationalität und Verortung, zwischen Zentrum und Rändern.

Er wolle wesentliche internationale Künstler und Künstlerinnen, Denker und Denkerinnen nach Wien holen, um einen intensiven Dialog mit den Menschen dieser Stadt zu führen: "Mir geht es zentral darum, dass die Wiener Festwochen als Motor für den künstlerischen Ausnahmezustand fungieren." Es gehe darum, sich mit den Zukunftsthemen unserer Zeit auseinanderzusetzen.