Erstellt am 30. August 2015, 08:33

Für SPÖ und FPÖ geht's in Wien auch intern um Platz. SPÖ und FPÖ rittern bei der Wien-Wahl am 11. Oktober nicht nur gegeneinander. Auch parteiintern geht es bei ihnen jeweils um Platz 1.

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Bei der SPÖ liegt derzeit Michael Häupl in Wien vor Hans Niessl, der bei der Burgenland-Wahl stark verlor. Bei der FPÖ trennt Heinz-Christian Strache in Wien nicht viel von den seit der Mai-Wahl stärksten Steirern mit Mario Kunasek.

Seit dem Niedergang der SPÖ in Kärnten in den 90er-Jahren fuhren die Sozialdemokraten ihre besten Wahlergebnisse im Burgenland und in Wien ein. Wobei fast immer (mit Ausnahme von 2000/2001) das Burgenland vorne lag. Im heurigen Mai brach Niessls SPÖ allerdings auf 41,9 Prozent ein. Das könnte aber immer noch reichen, um nach dem 11. Oktober die Wiener wieder hinter sich zu haben. Denn die Umfragen weisen für die Wiener SPÖ derzeit 33 bis 35 Prozent aus. Damit würde Häupl sogar auf Platz 3 landen - hinter den Kärntnern. Dort profitierte Peter Kaiser 2013 vom Desaster der FPÖ, legte auf 37,1 Prozent zu und holte den LH-Sessel zurück.

Kärnten war in der FPÖ lange Zeit - seit Jörg Haider - die Hochburg, mit ihrem einzigen Landeshauptmann und seit 1999 dreimal über 40 Prozent. Die Wiener waren in dieser Zeit immer die zweitstärkste Landesgruppe - und nach dem Kärntner Rekordminus 2013 (auf 16,9) sogar stärkste. Das änderte sich im Mai: In der Steiermark ernteten die Blauen 26,8 Prozent - und liegen damit jetzt um einen Prozentpunkt vor den Wienern. Letzteren verheißen die Umfragen für den Oktober aber Zugewinne auf bis zu 30 Prozent - womit der Bundesparteichef wieder Landesparteichef der stärksten Landesgruppe wäre.

Auf leichte Verluste einstellen muss sich die Wiener ÖVP - aber die ändern parteiintern nichts: Die Wiener sind und bleiben damit schwächste Landesgruppe. Ein ziemlich schlimmes Signal wäre es freilich, wenn die Bundesregierungspartei ÖVP in der Bundeshauptstadt unter zehn Prozent fällt. Dies ist der SPÖ schon passiert, allerdings im kleinen Vorarlberg weit im Westen.

Ein Match mit Vorarlberg spielt sich in der ÖVP ab - und zwar bei der Oberösterreich-Wahl: Die OÖ-VP liegt derzeit mit 46,8 Prozent klar auf Platz 2 hinter den Niederösterreichern (50,8) - könnte aber, wenn die Prognosen zutreffen, hinter Vorarlberg (41,8) oder sogar Tirol (39,4) zurückfallen.

Bei den Grünen dürften die Herbstwahlen wenig ändern: Die Wiener (12,6) haben laut den Umfragen keine Chance, die 2013 weit davongezogenen Salzburger - mit ihrem Rekord von 20,2 Prozent - einzuholen, auch Vorarlberg (17,1) werden sie wohl nicht überholen.