Erstellt am 15. September 2015, 14:35

von APA/Red

Für Thiem geht es im Herbst um die "dicken Punkte". Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem hebt am Samstag in die für ihn wichtige letzte Turnierphase 2015 ab.

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In sechs Turnieren bleibt dem 22-Jährigen Gelegenheit, sich die angestrebte Top-16-Setzung für die Australian Open im Jänner zu erarbeiten. Absoluter Höhepunkt des Herbstes ist für den Weltranglisten-20. ab 19. Oktober das Wiener Erste Bank Open, zum sechsten Mal tritt er beim Heimturnier an.

"Eigentlich unfassbar", bezog sich Thiem am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien mit für ihn typischer Wortwahl darauf, dass er das halbe Dutzend an Teilnahmen am Stadthallen-Turnier bereits voll macht. Schon drei Titel hat er heuer auf dem Konto, durchwegs errungen bei Turnieren der 250er-Kategorie. Davon hat Thiem 2015 nur noch jenes nächste Woche in St. Petersburg vor sich.

Nächster Schritt: Steigerung auf höherer Turnierebene

Eine Steigerung auf höherer Turnierebene sieht der Niederösterreicher daher auch als nötigen nächsten Schritt. "Ich habe heuer bei den 250ern sehr gut gespielt, bei den anderen Turnieren hatte ich nur vereinzelt Ausreißer", sagte Thiem im Teesalon der Staatsoper. "Mein Ziel ist es, hier weiter zu kommen. Ich möchte mich spielerisch so weiterentwickeln, dass ich bei den größeren Turnieren auch so spiele wie bei den 250ern."

Nach seinem Russland-Trip und einer einwöchigen Trainingswoche kann er das in der ersten Oktober-Hälfte beim 500er in Peking und beim 1000er in Shanghai umsetzen, ehe es unmittelbar darauf nach Wien und in Folge nach Basel (500) und Paris (1000) gehen soll. Von den US Open ist Thiem Anfang vergangener Woche zurückgekehrt, nach zwei Tagen Pause ging es wieder ins Training.

Intensivste Programm aller Top-20-Spieler

Mit 29 in seinem Ranking erfassten Turnieren hat Thiem im Jahresverlauf das intensivste Programm aller Top-20-Spieler hinter sich, daher wird auch nach Saisonende durchgeblasen. Das wird wohl nach der ersten November-Woche sein, denn auf das World Tour Finale ab Mitte November in London hat er trotz seines beachtlichen 18. Platzes im "Race" keine realistische Chance mehr.

Der Fokus des Lichtenwörthers ist aber sowieso auch schon auf 2016 gerichtet. "Wichtig ist eine gute Vorbereitung." Mit Brisbane, Sydney sowie den Australian Open steht sein Jänner-Programm. Fakt ist, dass er bis zum 1000er in der zweiten März-Hälfte und damit über ein halbes Jahr nur 200 Punkte zu verteidigen hat. Daher ist Thiem Ranking bezogen zuversichtlich: "Mit jedem 500er ist ein Sprung nach oben möglich."

Thomas Muster traut Thiem viel zu

Turnier-Botschafter Thomas Muster traut seinem Nachfolger als Österreichs Nummer eins viel zu. "Dominic hat das Potenzial nach oben. Er hat einen guten Kopf und ein gutes Umfeld", meinte der Steirer. Der French-Open-Sieger 1995 plädiert jedoch dafür, der ÖTV-Hoffnung etwas den Druck zu nehmen. "Man muss ihm Zeit für die Entwicklung geben. Der Weg nach oben ist steinig, die Luft auf dem Berg sehr rau."

Für das Wiener Doppel-Turnier, dessen Finale wie im Vorjahr vor dem Einzel-Endspiel ausgetragen wird, hat Thiem in der Partnerfrage eine Anfrage des Vorarlbergers Philipp Oswald noch nicht beantwortet. "Es ist noch nicht ganz sicher, aber es wäre schon cool. Aufschlag und Return kann man richtig gut trainieren im Doppel." Oswald ist nach seinem Vorstoß ins US-Open-Achtelfinale in der Weltrangliste 57., war im Februar schon 37.

Mit seiner unverändert blond-betonten Haarpracht hatte Thiem vor dem Medien-Termin vor der Staatsoper mit Turnier-Botschafter Thomas Muster fotogerecht in einem Fiaker Platz genommen. Der Kartenverkauf für das Erste Bank Open läuft auch wegen Thiems bisher starker Saison sehr gut. "Wir haben fast doppelt so viele Karten verkauft wie letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt", gab Turnierdirektor Herwig Straka bekannt.