Erstellt am 23. August 2014, 21:22

von Fritz Hauke

Derby-Krimi! Wiener Neustadt siegt 5:4. Im Duell der NÖ-Mannschaften behielt Wiener Neustadt gegen Admira Wacker Mödling mit 5:4 die Oberhand.

 |  NOEN, HERBERT NEUBAUER (APA)
Keine drei Minuten war die Partie alt, als die Wiener Neustädter ihren ersten „Hunderter“ herausspielten. Ballgewinn Ali Osman, Stangler – und Julian Salamon scheiterte an Admira-Keeper Andreas Leitner. Den Nachschuss brachte Conor O'Brien nicht auf das Tor.

Wiener Neustadt blieb am Drücker. Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern. Christian Deutschmann brachte bei einem Strafraumgestocher den Ball zweimal nicht entscheidend auf das Tor. Beim anschließenden Eckball hätte Christoph Freitag per Kopf auf 1:0 stellen müssen.

Mödlinger Mannschaft hatte es schwer

Die Admira fand nicht ins Spiel. Die zahlreichen Verletzten rund um Richard Windbichler forderten ihren Tribut. Offensiv fanden die Südstädter nicht statt, in der Defensive fehlte die Zuordnung.
Auch Tormann Leitner machte in dieser Phase keinen sicheren Eindruck. Einen Dobras-Freistoß ließ er nach vorne wegklatschen, auch bei einem Ranftl-Schuss schien er unsicher.

Und dann der Auftritt von O'Brien. Nach einer kurz-abgespielten Ecke setzt er sich gegen zwei Admiraner (samt Gurkerl) durch und zirkelt den Ball sehenswerte in die lange Ecke.

Admira probiert. Aber Wiener Neustadt antwortete mit der nächsten gefährlichen Aktion: Salamon bediente Rauter, der den Admira-Goalie Leitner umkurvte – allerdings nicht mehr den Ball kontrollieren konnte.
Aus dem Nichts der Ausgleich: Eldis Bajrami mit einem abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze – unhaltbar für SCWN-Goalie Thomas Vollnhofer.

Nach 2:2 ist Admira kurz in Führung

In Durchgang zwei erwischten die Hausherren den besseren Start. Kristijan Dobras schoss sich seine ganzen Verletzungsprobleme aus der vorigen Partien von der Seele.
Die Admira waren aber einmal öfter zur Stelle. Rene Schicker tauchte völlig alleine vor Vollnhofer auf und überhob den Keeper zum 2:2.

Nach einer Kombination am Wiener Neustädter Sechzehner legten die Admiraner sogar noch einen drauf. Eldis Bajrami brachte die Südstädter erstmals in dieser Partie in Führung.

Heimo Pfeifenberger versuchte, von der Bank Einfluss zu nehmen: Pichlmann für Salamon, Ebenhofer für Dobras. Bajrami hätte eine Viertelstunde vor Schluss alles klar machen können – sein Schlenzer verlangte Vollnhofer alles ab.


Im Konter schlugen die Neustädter zu: Osman Ali ist nicht zu halten – Rauter drückt seinen Traumpass über die Linie. Lukas Thürauer hatte einen Hunderter am Fuß – der Admiraner vergab. Zu diesem Zeitpunkt waren 77 Minuten gespielt.

Gegen Ende hin geben Wr. Neustäder noch einmal alles

Zehn Minuten vor Schluss gab es in Wiener Neustadt kein Halten mehr: Herbert Rauter legte mustergültig auf Ebenhofer ab – und der Joker knallte die Kugel ins untere Eck. 4:3, Wiener Neustadt im Ausnahmezustand.

Admira wollte in der Schlussphase den Ausgleich, gab Wiener Neustadt dadurch Platz zum Kontern. Ebenhofer kommt im Strafraum zum Abschluss, Leitner wehrt den Ball zur Seite ab – und dort steht Osman Ali, der den Ball ins kurze Eck zum 5:3 drischt.

Schlusspfiff? Nein, die Admira hatte noch ein Ass im Ärmel. Issiaka Ouedraogo erlief einen O'Brien-Fehlpass und schob die Kugel an Vollnhofer vorbei zum Anschlusstreffer.

Doch dann war's es: Wiener Neustadt feiert mit dem 5:4 den ersten Saisonsieg.
Wiener Neustadt-Trainer Heimo Pfeifenberger: „Es war ein Top-Derby für die Zuschauer mit sehr gutem Ausgang für uns.

Die drei Punkte sind sehr wichtig. In der ersten Hälfte haben wir klar dominiert, haben die Admira verschont. Mit Osman Ali, der seine erste Partie von Beginn an gemacht hat, bin ich sehr zufrieden. Conor O’Brien hat ein sehr gelungenes Debüt gegeben und ein schönes Tor geschossen.“

Knaller: "Haben zu viel hergeschenkt"

Admira-Trainer Walter Knaller: „Die Partie hatte einen tragischen Ausgang für uns. In der ersten Hälfte war Wiener Neustadt klar besser, doch dann in der zweiten Hälfte haben wir uns gefangen.

Bei den Gegentoren haben wir uns unglaublich naiv angestellt. Insgesamt hat in dieser Phase auch die Qualität gefehlt. Nach der 3:2-Führung haben wir zu viel hergeschenkt. Nun sind wir wieder voll im Abstiegskampf. Es war ein bitterer Abend für uns.“