Erstellt am 02. August 2014, 21:33

von Fritz Hauke

Dr. Jekyll und Mr. Hyde: SC vergeigt Führung. Wiener Neustadt lag in Graz zur Pause 2:1 in Front. Ein inferiorer zweiter Durchgang kostete den ersten Sieg in der laufenden Saison. Die Grazer gewinnen 4:2.

Eine Anfangsphase mit viel Schwung. Sturm Graz mit der ersten Aktion über Schloffer – keine Gefahr für die Gäste. Kurz darauf spielten die Neustädter eine aussichtsreiche Überzahlsituation nicht zu Ende.

Nach knapp zehn Minuten lagen sich die Herren in schwarz-weiß in den Armen. SC-Verteidiger Mattias Sereinig lenkte den Ball über Thomas Vollnhofer in den eigenen Kasten, Marco Djuricin ist mit dem Kopf noch dran, ein unglückliches Gegentor.

Die Antwort der Neustädter ließ nicht lange auf sich warten. Ex-Grazer Tobias Kainz bedient Daniel Schöpf – und der schließt staubig in‘s lange Eck ab. In dieser Tonart ging es weiter.

SC Wr. Neustadt vorerst führend

Der SC bestimmte in dieser Phase das Geschehen. Wiener Neustadt spielte mutig nach vorne – und belohnte sich selbst. Nach einem seltenen Grazer Entlastungsangriff kontert Blau-Weiß eiskalt. Schöpf auf Rauter – 2:1.

Die Steirer bekamen in Durchgang eins nie wirklich Zugriff auf das Match, zeigten sich in der Neustädter Hälfte einfallslos. Gegen die SC-Defensivreihe, die sich in der Rückwärtsbewegung von einer Dreier- in eine Fünferkette verwandelte, fand Graz keine Mittel.

Sturm hatte nach dem Seitenwechsel durch Djuricin die erste Top-Chance auf den Ausgleich. Wiener Neustadt kämpfte mit Anlaufschwierigkeiten. Ein Deutschmann-Kopfball zwei Meter über die Latte war noch das Gefährlichste, was die Gäste zustande brachten.

Die Partie schlummerte vor sich hin – bis ein Elferpfiff alle wieder aus dem Halbschlaf riss. Sereinig fällt Djuricin, der Gefoulte schießt selbst. 2:2. Wiener Neustadt gibt wieder Lebenszeichen von sich – die Partie wird hitziger.

Sturm legte nach und übernimmt Führung

Doch der SC konnte nicht an die erste Halbzeit anknüpfen. Klem und Djuricin laufen fast ungehindert durch die Verteidigung, mit Ballglück überlisten sie Vollnhofer – 3:2.

Dann legte Sturm noch einen nach: Der Ex-SC-Kicker Daniel Offenbacher hielt aus knapp 25 Metern hin, Beichler fälschte ab – 4:2.

Minute 80: Sturm mit dem nächsten „Hunderter“: Dennis Mimm erwischt einen Kopfball nicht richtig, Djuricin verfehlte den rechten Torpfosten um Zentimeter.

Randnotiz: Nach über einer Stunde wurde bei Sturm Inter Mailand-Leihgabe Lukas Spendlhofer eingewechselt. Das Besondere daran? Der gebürtige Pottschacher kickte einst in der Wiener Neustadt-Jugend.

Trainer Heimo Pfeifenberger zu der Partie: „Erste Halbzeit haben wir gut gespielt, sind kompakt aufgetreten. Da hat auch das Zusammenspiel zwischen den Reihen gut funktioniert. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht in das Spiel gefunden. Fakt ist, dass die Gegentore in den letzten Spielen zu viel waren. Das ist klar. Wir müssen mental stark bleiben beziehungsweise stärker werden.“


SK STURM GRAZ - SC WIENER NEUSTADT 4:2 (1:2)

Tore: 1:0 (10.) Djuricin, 1:1 (12.) Schöpf, 1:2 (22.) Rauter, 2:2 (59.) Djuricin, 3:2 (68.) Klem, 4:2 (74.) Beichler.
Gelbe Karten: Hazdic, Beichler, Offenbacher, Madl, Djuricin, Barbaric; Schöpf, Pollhammer.
Sturm Graz: Gratzei; Todorovski (65., Spendlhofer), Barbaric, Madl, Klem; Offenbacher, Hadzic; Stankovic, Beichler (91., Piesinger), Schloffer (78., Schmerböck); Djuricin.
SC Wiener Neustadt: Vollnhofer; Sereinig, Deutschmann, Mimm; Pollhammer, Freitag, Kainz, Schöpf (55., Ebenhofer), Denner; Rauter (77., Pichlmann), Tieber (73., Salamon).
UPC-Arena, 6.400 Zuschauer. SR: Ouschan (schwach)