Erstellt am 22. September 2015, 16:44

von APA/Red

ÖFB-Cup als brisantes Wiedersehen für drei Bundesligisten. Am Mittwoch kommt es in der 2. Runde des ÖFB-Cups zur Neuauflage zwischen Amstetten und Rapid. Im Vorjahr haben die Hütteldorfer nur mit Mühe und einem späten Tor von Christopher Dibon in der Verlängerung eine Blamage abgewehrt.

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Diesmal will der Bundesliga-Tabellenführer gegen den Drittligisten nicht über die volle Distanz gehen müssen. Ein Cup-Wiedersehen feiern auch Ried und der WAC.

Fahrlässige Chancenauswertung und ein Spielfeld an der Grenze zur Regelwidrigkeit, bedingt durch starke Regenfälle, ließen die Wiener in der vergangenen Saison beinahe in der ersten Cuprunde ausrutschen. Für heuer sind die Wetterprognosen zwar ähnlich schlecht, doch Rapid fährt mit dem Selbstvertrauen des Tabellenführers nach Amstetten. "Uns schenkt aber niemand etwas, daher ist Amstetten auch für uns eine schwierige Aufgabe", meinte Trainer Zoran Barisic.

"Sie haben gezeigt, dass sie uns im letzten Jahr das Leben schwer machen können. Wir nehmen das Spiel natürlich sehr ernst, wir werden den Gegner fokussiert ins Auge fassen", sagte Barisic, der einigen frischen Spielern eine Chancen geben will. Alles andere als ein Rapid-Weiterkommen würde dennoch einer handfesten Sensation gleichkommen. "Gegen Amstetten müssen wir einfach gewinnen, das ist ein Pflichtsieg für uns. Wir sind als Mannschaft so weit gefestigt, dass wir über diesen Gegner drüberkommen müssen", betonte Verteidiger Mario Sonnleitner.

Erst im Halbfinale musste sich der WAC in der abgelaufenen Saison geschlagen geben. Zuvor hatten sich die Kärntner in der 2. Runde hauchdünn 1:0 bei der SV Ried durchgesetzt. Ein Jahr später, gleicher Ort, kommt es am Mittwoch erneut zu diesem Duell. Für beide Mannschaften verlief das erste Saisonviertel nicht nach Wunsch, doch just vor dem Cupfight verschafften sich beide mit Punktgewinnen etwas Luft.

Für die Elf von Dietmar Kühbauer gilt es, den Schwung nach dem Remis gegen Meister Salzburg (1:1) in der Liga mitzunehmen. "Zuletzt gegen Salzburg hat es schon ganz gut geklappt und daran wollen wir anschließen", meint WAC-Spieler Boris Hüttenbrenner. "Mit einem Sieg gegen Ried würden wir nicht nur in die nächste Runde aufsteigen, sondern auch für das nächste Liga-Spiel gegen die Austria Selbstvertrauen tanken", meinte der Mittelfeldspieler.

Die Rieder feierten zum Cup-Auftakt den höchsten Sieg der Runde. Gegen den SV Innsbruck setzten sich die damals noch von Helgi Kolvidsson betreuten Oberösterreicher mit 15:0 durch. Unter Nachfolger Paul Gludovatz holten die "Wikinger" in der Liga zuletzt einen 2:0-Sieg gegen Altach. Der Erfolg sei gleichzeitig eine gefährliche Ausgangssituation, wie der 69-jährige Trainerroutinier meint. "Wir dürfen uns von den Erfolgen nicht blenden lassen, wir müssen erst stabil werden. Erst dann können wir selbstbestimmt in ein Match gehen und müssen uns so wie jetzt nicht mehr nur am Gegner orientieren."

Die Zuschauer in der Keine-Sorgen-Arena dürfen sich, so Gludovatz, auf einen heißen Tanz gefasst machen: "Gegen den WAC wird es eine Partie hopp oder dropp. Es wird ein kampfbetontes Spiel werden und ein richtiger Fight. Wenn wir so unterstützt werden wie gegen Altach, dann kann es klappen."

Erst knapp im Elfmeterschießen setzte sich Admira Wacker Mödling im Juli gegen den SV Schwechat durch, um danach als bisheriges Sensationsteam der Bundesliga durchzustarten. Nun wartet abseits vom erfolgreichen Liga-Alltag mit dem von Ex-Bundesligakicker Petr Vorisek (Pasching, Austria Wien) betreuten SV Wallern ein Club aus der Regionalliga Mitte. "Wir sehen die Priorität in der Meisterschaft", betonte Admira-Trainer Oliver Lederer allerdings am Montagabend in der ServusTV-Sendung "Sport und Talk".

Die Wiener Austria plant bei Viertligist FC Wels Frustbewältigung nach der 0:2-Niederlage zuletzt in Graz. "Wir dürfen dem Spiel nicht lange nachtrauern, müssen die Lehren daraus ziehen, die Köpfe aufrichten und am Mittwoch voll da sein", gab Austria-Mittelfeldspieler Raphael Holzhauser die Marschroute vor.

Roi Kehat wird nach seiner beim Spiel gegen Sturm zuletzt erlittenen Knie-Blessur gegen Wels nicht dabei sein. Ebenso fehlen werden Marko Kvasina (Oberschenkel-Zerrung) und Ronivaldo (Schambeinentzündung). "Wir werden zwei, drei Umstellungen vornehmen, ich erwarte mir dadurch aber keinen Qualitäts-Verlust in der Mannschaft", sagte Austria-Trainer Thorsten Fink.

Die Hürde Wels müsse man als FK Austria Wien "ohne Wenn und Aber nehmen", so Fink, der jedoch gleichzeitig Respekt einforderte: "Wir respektieren jeden Gegner. So auch Wels, wir haben sie schließlich nicht umsonst beobachtet und uns so vorbereitet wie auf jedes andere Spiel."