Erstellt am 02. September 2014, 15:40

von APA Red

Fuchs muss bei Schalke um Einsatzzeit kämpfen. Kapitän Christian Fuchs ist nur einer von mehreren Stammspielern der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft, die bei ihren Clubs um Einsatzzeit kämpfen müssen.

 Ein Transfer des Linksverteidigers von Schalke 04 ist in der abgelaufenen Wechselperiode nicht zustande gekommen. Mit seiner Zukunft nach Vertragsende kommenden Sommer will sich der 28-Jährige vorerst nicht beschäftigen.

"Es ist keine Lüge, dass ich vor dem Absprung war. Die Zeichen sind dahin gehend gestanden", erklärte Fuchs am Dienstag nach Transferschluss im ÖFB-Teamcamp in Wien.

Fuchs fürchtet nicht um Platz im Nationalteam

"Verletzungen bei uns haben das aber verhindert." Trotz eines Kreuzbandrisses von Jungverteidiger Sead Kolasinac war Fuchs zuletzt gegen Bayern München (1:1) nicht erste Wahl. Mit Dennis Aogo gibt es zudem einen weiteren Konkurrenten.

Zuletzt hatte der englische Premier-League-Club Hull City Interesse gezeigt. Ein konkretes Angebot sei laut Fuchs aber nicht eingegangen. "Spiele ich halt noch ein Jahr Champions League, das ist auch nicht so schlecht", meinte der Niederösterreicher. Um seinen Platz im Nationalteam fürchtet er nicht. "Ganz so neu ist die Situation für mich nicht. Auch letztes Jahr habe ich nicht so regelmäßig meine Einsätze gehabt."

Teamchef Marcel Koller hat dennoch stets auf seinen früheren Bochum-Schützling gesetzt – sofern dieser nicht wegen Knieproblemen ausgefallen ist. Nach anhaltenden Beschwerden hatte sich Fuchs erst im März einer Operation unterzogen. "Ich habe acht Monate mit Schmerzen gespielt, das ist nicht schön. Es war eine Qual mehr oder weniger. Dass man dann nicht sein Maximum abrufen kann, weil jeder Schritt wehtut, ist auch normal."

"Du musst Leistung bringen, um attraktiv zu bleiben"

Retrospektiv hätte er sich früher für den Eingriff entscheiden sollen. "Ich hätte sofort Stopp machen müssen, im Nachhinein ist man aber immer gescheiter", sagte Fuchs, der sich bei Schalke voll fit ins Team zurückkämpfen will. Sein Vertrag läuft noch ein Jahr.

"Was danach ist, weiß ich nicht. Momentan mache ich mir auch noch keine Gedanken. Es ist sowieso so, dass du deine Leistung bringen musst, um für andere Vereine attraktiv zu bleiben."

Deswegen hofft Fuchs auf möglichst viel Einsatzzeit. "Auch beim Nationalteam, das ist auch ein wichtiger sportlicher Faktor", betonte der Kapitän. Der Teamchef habe schon in der Vergangenheit Spielern das Vertrauen geschenkt, die im Teamdress ihre Leistung gebracht haben, auch wenn sie bei ihren Vereinen nicht regelmäßig gespielt haben. Paradebeispiel ist Stürmer Marc Janko, der bei seinem Ex-Club Trabzonspor nur sporadisch zum Einsatz gekommen ist.

Routinier Fuchs hat 60 Länderspiele hinter sich

"Natürlich wäre es gut, wenn mehr Leute mit mehr Spielpraxis zum Team kommen würden, das gilt auch für mich. Die Spieler haben das Vertrauen aber immer wieder zurückgezahlt", erinnerte Fuchs, der mittlerweile 60 Länderspiele absolviert hat – mehr als alle anderen Akteure im aktuellen Kader. "Es zählt das, was hier ist." Und der Auftakt der EM-Qualifikation am Montag (20.45 Uhr) in Wien gegen Schweden.

Die rechtzeitige Genesung von Superstar Zlatan Ibrahimovic nach einer Bauchmuskelverletzung bedauert Fuchs keineswegs. "Es kann sein, dass sich Schweden komplett auf ihn verlässt. Vielleicht sind sie dadurch etwas leichter ausrechenbar", meinte der ÖFB-Routinier. "Andererseits, und das haben wir selbst erfahren, kann es auch sein, dass er durch eine Aktion eine ganze Quali alleine entscheidet."

So geschehen im vergangenen Oktober, als Ibrahimovic mit seinem Tor beim 2:1-Heimsieg der Schweden Österreichs WM-Chancen zunichtemachte.

"Wir sind aber wieder ein Jahr und eine Qualifikation gereift", betonte Fuchs. Die Heimspiele gegen Schweden, Montenegro und Russland seien richtungsweisend. Fuchs: "Von der Qualität her sind diese vier Teams auf Augenhöhe, da ist viel möglich." Favorit sei man nur gegen Moldawien und Liechtenstein. "Da müssen jeweils sechs Punkte her."