Erstellt am 08. Februar 2015, 10:09

von APA/Red

Wiener Neustadt setzt im Abstiegskampf auf Schweden-Power. Stefan Maierhofer hat im Herbst-Finish der Fußball-Bundesliga mit seinem Kurz-Gastspiel für eine gewisse Euphorie bei Wiener Neustadt gesorgt. Nach dem erwartungsgemäßen Abgang will das Tabellenschlusslicht im Frühjahr auch dank Schweden-Power den Klassenerhalt schaffen. Philip Hellquist heißt der Hoffnungsträger.

 |  NOEN, zVg
Blickt man auf die bisherige Karriere des 23-Jährigen, so dürfen sich die Niederösterreicher zu Recht Hoffnungen machen, dass ihr Neo-Stürmer im Frühjahr einschlägt. Hellquist war in mehreren Nachwuchs-Auswahlen seines Landes, darunter auch in der U21. Clubmäßig wurde er beim Traditionsverein Djurgaarden ausgebildet, für den er auch mit Ausnahme eines Leih-Gastspiels beim Zweitligisten Assyriska 2013 immer tätig war.

"Nach den vielen Jahren bei Djurgaarden und in der schwedischen Liga habe ich etwas Neues gebraucht", erklärte Hellquist die Gründe für seinen Wechsel. Den ersten Eindrücken nach seien keine groben Unterschiede erkennbar. "Die Qualität war in Schweden gut und ist es hier auch. Die kleinen Unterschiede werde ich erst mit der Zeit merken", meinte Wiener Neustadts Neo-Angreifer.

Für ihn ist Österreich aus fußballerischer Sicht ein Neuland. Kenntnisse über seinen neuen Club hatte er genauso wie über die Liga vorher kaum. "Ich habe ein bisschen was auf Youtube gesehen, und über Salzburg habe ich etwas gewusst, weil sie in der Champions-League-Qualifikation gegen Malmö gespielt haben", erzählte Hellquist.

Hellquist würde "Klassenerhalt gerne schaffen"

Mittlerweile kennt der Mittelstürmer seine neue Mannschaft, der drei Punkte auf den Vorletzten Admira Wacker Mödling fehlen, genau. "Wir haben eine gute Trainingsqualität und ein Team, das bereit ist, mit allen Mitteln zu kämpfen, um in der Liga zu bleiben", ist Hellquist guter Dinge. Die Mission "Klassenerhalt schaffen" sei äußerst reizvoll. "Ich mag diese Mission. Mental ist es nicht so hart, weil wir die Jäger sind und nicht die Gejagten und nicht viel zu verlieren haben", erklärte Hellquist.

Dass von ihm viel abhängen wird, ist dem Schweden bewusst. "Ich will hart arbeiten und mit vielen Toren meinen Beitrag leisten", hat Hellquist vor Augen, wie es laufen sollte. Manager Günter Kreissl will ihm aber keinen großen Rucksack umhängen. "Wiener Neustadt hat von den finanziellen Mitteln nicht die Möglichkeit, die eine Granate zu holen, wo du sagst auf der ruhen die Hoffnungen. Hellquist ist aber eine interessante Option, einer aus unserem Kader, von dem wir hoffen, dass er explodiert", sagte der 40-jährige Ex-Goalie.

Hellquist spielt anders wie Maierhofer

Von seinem Profil passt Hellquist zu Wiener Neustadt, ist er doch kein klassischer Mittelstürmer. "Er ist nicht nur vor dem Tor gut, sondern ein sehr laufstarker Stürmer, einer der mitarbeitet und auch taktisch sehr gut ausgebildet ist. Gerade in unserer Situation ist das wichtig, wir können es uns nicht leisten, dass einer nur vorne steht", weiß Coach Helgi Kolvidsson. Da Hellquist ein ganz anderer Typ sei wie Maierhofer, könne man jetzt vom System variabler spielen, ergänzte der Isländer.

Erwarten darf man sich auch Kopfballtore des 1,84 Meter großen Angreifers. "Ich bin ziemlich gut mit dem Kopf", versicherte Hellquist. Dem Abstiegskampf ordnet der bis Sommer 2016 gebundene Stürmer alles unter, Gedanken über seine weitere Zukunft sind tabu. "Ich habe keine Ziele für die nächsten fünf Jahre, ich glaube, dass das im Fußball nicht funktioniert", sprach Hellquist Klartext.