Erstellt am 24. Juli 2014, 09:19

Rund 720 Palästinenser getötet. Bei Angriffen von Israels Armee im Gazastreifen sind in der Nacht zum Donnerstag 23 weitere Palästinenser getötet worden.

Sechs davon seien Kinder, so die örtlichen Rettungsbehörden. Zehn gehörten zu einer Familie. Die Zahl der Toten in dem Palästinensergebiet seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli stieg damit auf 718. Mehr als 4.500 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Auf der israelischen Seite kamen bisher mindestens 32 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben. Mehr als 120 Soldaten wurden verletzt. Bei Konfrontationen im Westjordanland wurden binnen zwei Wochen drei Palästinenser getötet. Israels Militäroffensive im Gazastreifen geht in die dritte Woche. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht.

Zu einer möglichen Waffenruhe gab es am Mittwoch widersprüchliche Signale. Hamas-Exilchef Khaled Mashaal machte die Zustimmung seiner Organisation zu einer Vereinbarung mit Israel erneut von einem Ende der Blockade des Gazastreifens abhängig. "Wir sind bereit, unser Leben zu opfern, um die Belagerung zu beenden", erklärte er in der katarischen Hauptstadt Doha. Zuvor hatten palästinensische Offizielle angekündigt, eine Waffenruhe sei "binnen Stunden" möglich.

Der israelische Regierungssprecher Mark Regev dementierte wenig später jedoch, dass eine Feuerpause unmittelbar bevorstehe. Ein Mitglied des israelischen Sicherheitskabinetts sagte dem Fernsehsender Aruz 10, die Vereinbarung einer Waffenruhe werde bis Samstag erwartet. US-Außenminister John Kerry hatte zuvor von "gewissen Fortschritten" in den Vermittlungsbemühungen gesprochen.

Auch Schulen als mögliche Angriffsziele

Ziel der israelischen Offensive ist es, die Infrastruktur der Hamas wie Raketenabschussrampen, Waffenschmieden und vor allem unterirdische Tunnel zu zerstören. Durch Tunnel dringen Hamas-Kommandos nach Israel vor, um Anschläge zu verüben. Immer wieder schlagen Raketen aus dem Gazastreifen in Israel ein.

Wie die Streitkräfte in der Nacht mitteilten, wurden am Mittwoch mehr als 95 Geschoße auf Israel abgefeuert. Das Militär gab an, an dem Tag mehr als 100 Ziele im Gazastreifen angegriffen zu haben.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte Aufklärung über einen Raketenfund in einer Schule der Vereinten Nationen im Gazastreifen. Er sei empört darüber, dass die Waffen in der Schule entdeckt worden und anschließend verschwunden seien, sagte Ban laut UNO-Mitteilung. "Die Verantwortlichen haben damit Schulen zu möglichen Angriffszielen gemacht und die Leben von unschuldigen Kindern, UNO-Mitarbeitern und Schutzsuchenden in Gefahr gebracht." Die Vereinten Nationen würden den Vorfall untersuchen und alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal passieren könne.

In der französischen Hauptstadt Paris demonstrierten am Mittwoch Tausende Menschen gegen die Gaza-Gewalt. Nach Übergriffen auf jüdische Einrichtungen am Wochenende sicherten mehr als tausend Polizisten den Protestzug. In Bischofshofen wurde ein Testspiel des israelischen Fußballclubs Maccabi Haifa nach pro-palästinensischen Demonstrationen abgebrochen.