Erstellt am 15. April 2015, 15:41

von APA/Red

EZB will Kauf von Staatsanleihen wie geplant durchziehen. Trotz besserer Konjunkturaussichten will die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Anleihe-Kaufprogramm wie geplant durchziehen.

"Unser Fokus wird auf der vollen Umsetzung unserer Maßnahmen liegen", sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Mittwoch in Frankfurt. "Diese Maßnahmen werden zu einer weiteren Verbesserung der Konjunkturaussichten beitragen."

Draghi trat damit Spekulationen entgegen, wonach die EZB ihr vor allem in Deutschland umstrittenes Programm drosseln könnte.

Die Währungshüter hatten im März mit dem Kauf von Staatsanleihen begonnen. Es ist ein Volumen von rund 1,1 Billionen Euro eingeplant. Das Programm soll bis September 2016 laufen. Mit der Geldflut sollen Investitionen angeregt und die Gefahr einer Deflation - einem für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall auf breiter Front - eingedämmt werden.

Die Konjunkturaussichten hatten sich zuletzt merklich aufgehellt. Der Internationale Währungsfonds erhöhte gerade seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in der Eurozone in diesem Jahr von 1,2 auf 1,5 Prozent, für 2016 von 1,4 auf 1,6 Prozent.

Frau sprang auf Podium

Die EZB-Pressekonferenz wurde von einem Zwischenfall kurz unterbrochen. Während der Rede von Präsident Draghi in der Frankfurter Zentrale sprang eine Frau auf das Podium. Sie warf mit Konfetti und schrie auf Englisch "ECB Dictatorship" ("EZB-Diktatur"). Sie wurde von Sicherheitskräften überwältigt, Draghi konnte seine Rede nach kurzer Pause fortsetzen.

Dem Vernehmen war es eine Aktion von Femen-Aktivistinnen. Die Gruppe hatte zuletzt den früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn vor seiner Vernehmung im Prozess um Sex-Partys im Februar in Lille mit einem Oben-ohne-Protest empfangen.

2013 hatte eine Frau barbusig eine Weihnachtsmesse im Kölner Dom gestört: Sie war - nur mit einem Slip bekleidet und mit der Aufschrift "I am god" (Ich bin Gott) auf den Brüsten - auf den Altar gesprungen. Auf der Hannover Messe 2013 hatten die Frauenrechtlerinnen halbnackt gegen den russischen Präsidenten Putin protestiert.

Die aus der Ukraine stammende Gruppe Femen kämpft immer wieder mit nackten Brüsten für Frauenrechte und gegen Sexismus.