Erstellt am 28. September 2016, 16:09

von APA Red

Arbeit für Asylwerber bis zehn Wochenstunden. Die Konferenz der Flüchtlingsreferenten hat sich am Mittwoch in Graz auf den Ausbau der gemeinnützigen Arbeit von Asylwerbern geeinigt.

10 Stunden pro Woche dürfen Flüchtlinge bald gemeinnützig arbeiten  |  APA (dpa)

Gearbeitet werden kann zehn Stunden je Woche, um fünf Euro pro Stunde. Ferner werden Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge geschaffen, die verhaltensauffällig sind oder zu Gewalt neigen.

Die steirische Referentin Doris Kampus (SPÖ) sagte, der Beschluss für den Ausbau der gemeinnützigen Tätigkeiten sei einstimmig erfolgt. "Wir müssen auch die Liste jener erweitern, die es durchführen können, von den Gemeinden über Trägerorganisationen bis zu den gemeinnützigen. Das ist ganz klar eine integrations- und nicht eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme", sagte Kampus.

Die Rechtssicherheit werde das Innenministerium schaffen. Wenn die Flüchtlinge etwa im Pflegebereich eingesetzt würden, dann gehe es nicht darum, qualifizierte Fachkräfte zu ersetzen. Es gehe um Besuchsdienste oder ergänzende Tätigkeiten.

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) sagte zu seinem Vorschlag der speziellen Betreuung auffälliger jugendlicher Asylwerber, in Kärnten gehe man von drei bis fünf Prozent der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) aus. "Vier bis sechs Personen, das ist überschaubar", so Kaiser. Die Betreuung solle dort erfolgen, wo die bestmögliche Hilfe sei - "tunlichst nicht am Berg oben". Auch Kampus schätzte gegenüber der APA die Zahl der betroffenen "UMF" in der Steiermark auf höchstens zehn, "wenn überhaupt".

Oberösterreichs Rudi Anschober (Grüne) nannte den Qualifizierungs-Check für Flüchtlinge als Schüssel: "Sie müssen auch eine Chance kriegen, dass sie in Betriebe gehen können, Praktika machen, schnuppern, Nostrifizierungen sind erforderlich". Das sollte rascher funktionieren. Das Ziel sei, dass sich die Menschen selbstständig in der Gesellschaft bewegen können.

Wiens zuständige Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) forderte, dass mit der Integration nicht erst begonnen wird, wenn ein positiver Asylbescheid da sei. Bezüglich der Einigung auf den Ausbau der gemeinnützigen Beschäftigung sagte Wehsely: "Wir werden uns bei unseren Parlamentsklubs bemühen, dass der Beschluss nicht so lange wie bei anderen Gesetzen dauert." Kampus hoffte in diesem Zusammenhang, dass ein Start bereits mit Jahresbeginn 2017 erfolgen könne.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) betonte, dass rein technische Probleme lösbar seien, das schwierigste sei es, Arbeit zu schaffen. Der Minister sprach von mehreren Faktoren, die das Handeln beeinflussten, dazu zählten die Fragen, ob der EU-Türkei-Pakt halte und wie sich die Situation im Mittelmeer entwickle. Er habe daher zur besseren Einschätzung um Zeit bis November gebeten. Es gehe auch um die Überlegung, unbelegte Bundes- oder Landes-Quartiere zu reduzieren oder sich eine Puffer zu erhalten.

Beim Ausbau der gemeinnützigen Beschäftigung ziehe man keine Konkurrenz für den Arbeitsmarkt heran, so Sobotka. "Die rechtlichen Fragen dazu über das Finanz- und das Sozialministerium zu klären habe ich übernommen, um zu einer gültigen Liste zu kommen". Mögliche Arbeitsbereiche seien Flurschutz, Reinigungsdienste, zwischenmenschliche Dienste, die bisher nicht angeboten worden seien. Sobotka betonte, man halte an der Obergrenze nicht nur fest, sondern man orientiere sich auch in zukünftigen Jahren daran.