Erstellt am 03. April 2015, 11:58

von APA/Red

Nicht jeder Mensch in Österreich ist gut versorgt. Der Weltgesundheitstag am kommenden Dienstag (7. April) der WHO stellt in diesem Jahr an sich die Lebensmittelsicherheit als Thema ins Zentrum.

Im Vorfeld wiesen am Freitag das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) und ein Sozialmediziner der MedUni Wien auf andere Aspekte hin: auf die nicht akzeptable Lage von Migranten ohne Aufenthaltstitel und die Sinnhaftigkeit von Krafttraining für Senioren.

"Die Gesundheitsversorgung in Österreich zählt zur Weltspitze", wurde Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, in einer Aussendung zitiert. Nicht alle Menschen könnten die Möglichkeiten nutzen.

Rund 100.000 Österreicher nicht krankenversichert 

Immer wieder fielen Personen durch die Maschen des Sozialnetzes und leben ohne Gesundheitsversorgung in Österreich. "Rund 100.000 Menschen in Österreich sind nicht krankenversichert und können sich im Krankheitsfall die Arztkosten nicht leisten", stellte Kerschbaum fest.

Besonders prekär sei die Situation von Migranten ohne regulären Aufenthaltstitel, schrieb das ÖRK in der Aussendung. "Diese besonders verletzliche Gruppe hat einen stark eingeschränkten Zugang zur medizinischen Versorgung", betonte der ÖRK-Generalsekretär.

"Im Notfall wird ihnen medizinische Hilfe nicht verwehrt, aber die Kosten werden von der Krankenversicherung nicht übernommen und müssen von den betroffenen Personen selbst bezahlt werden", sagte Kerschbaum. Auch Migrantinnen seien beispielsweise bei Schwangerschaft und Geburt ihres Kindes betroffen. Der Bedarf an sozialen Einrichtungen, die medizinische Hilfe ohne Krankenschein leisten sei nach wie vor gegeben.

Seit elf Jahren versorge AmberMed, ein Gemeinschaftsprojekt des Österreichischen Roten Kreuzes und des Diakonie Flüchtlingsdienstes, Menschen ohne Krankenversicherung und biete medizinische Hilfe an. Versorgt werde die stetig wachsende Patientenzahl von ehrenamtlich tätigen Ärzten verschiedenster Fachrichtungen, Psychotherapeuten, Assistenten, Dolmetschern und einigen hauptamtlichen Mitarbeitern.

"Im Jahr 2014 wurden über 3.000 Stunden ehrenamtlich geleistet und über 2.000 Patienten betreut. Im Vergleich zu 2013 ist die Patientenzahl damit um zehn Prozent gestiegen", betonte der ÖRK-Generalsekretär.

Krafttraining auch im höheren Alter ratsam

Laut einer Aussendung der MedUni Wien mit Berufung auf erste Ergebnisse eines entsprechenden Projektes könnte Krafttraining auch noch im höheren Alter ratsam sein. In Österreich sind rund zehn Prozent der Über-65-Jährigen gebrechlich, weitere 40 Prozent sind von einer Vorstufe der Gebrechlichkeit betroffen.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts "Gesund fürs Leben" hat sich laut dem Sozialmediziner Thomas Dorner vom Zentrum für Public Health herausgestellt, dass regelmäßiges Krafttraining die Handkraft von Betagten um 20 Prozent steigern kann.

Ohne Training verlieren Menschen vom 30. bis zum 80. Lebensjahr rund 50 Prozent der Muskelmasse. Gegenstrategien sollen diesen Prozess aufhalten und späterer Gebrechlichkeit vorbeugen.