Erstellt am 26. Februar 2015, 09:07

von APA/Red

Wiener Biotech-Unternehmen testet Krebs-Therapie. Das Wiener Biotech-Unternehmen Apeiron testet in den USA eine Krebstherapie auf der Basis stimulierter, körpereigener Immunzellen. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt.

Einer der Gründer von Apeiron ist Josef Penninger, auch Chef des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Akademie der Wissenschaften in Wien.

Der erste Patient sei im Rahmen der angelaufenen Phase-I-Studie mit der Zelltherapie APN401 behandelt worden. Die Studie am Wake Forest Baptist Medical Center (WFBMC) im US-Bundesstaat North Carolina wird von dem Internisten Pierre Triozzi geleitet. Sie soll die Sicherheit, Verträglichkeit und optimale Dosis von vom Patienten stammenden, peripheren Immunzellen, bei denen das Cbl-b Gen "abgeschaltet", also temporär inaktiviert wird, prüfen. "Dieser völlig neuartige Ansatz soll durch eine 'Checkpoint Blockade' die Fähigkeit des Immunsystems unterstützen, Krebs zu bekämpfen", hieß es in einer Aussendung.

"Krebszellen effizienter zu erkennen und zu zerstören"

"Es gibt Faktoren in Immunzellen, die deren Fähigkeit, Krebszellen zu zerstören, behindern. Mithilfe von intrazellulär wirkenden Substanzen (siRNA) erreichen wir eine sogenannte 'Checkpoint Blockade' in Immunzellen von Patienten. Die Immunzellen werden aus dem Patientenblut gewonnen und nach Inaktivierung des Cbl-b Gens wieder verabreicht. Diese Behandlung der Zellen hilft ihnen dabei, Krebszellen effizienter zu erkennen und zu zerstören", erklärte Triozzi.

Apeiron-Geschäftsführer Hans Loibner, seit vielen Jahren in der österreichischen Biotech-Szene tätig, betonte, dass man damit die Fähigkeit beweise, "spektakuläre Grundlagenwissenschaft in Richtung einer praxisnahen Anwendung zu übersetzen." Verwendet werden könnte das Behandlungsprinzip beispielsweise bei Melanom- oder Pankreaskarzinom-Erkrankungen. Phase-I-Studien sind allerdings nicht geeignet, eine Wirksamkeit zu beweisen.

2010 ist der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) bei dem von Penninger mitbegründeten Biotech-Unternehmen Apeiron eingestiegen. Dies erfolgte, um gentechnisch hergestelltes humanes Angiotensin-2-Enzym als Arzneimittel gegen akutes Lungenversagen als Medikament zu entwickeln.