Erstellt am 26. September 2016, 13:41

von APA Red

Wiener Ärztekammer sagt Treffen mit Wehsely ab. Neuer Ärger an der Ärztefront: Die Wiener Ärztekammer hat ein Treffen mit Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) abgesagt, das am Dienstag im Rathaus hätte stattfinden sollen.

Es herrscht Eiszeit  |  APA (Archiv)

"Wir nehmen den Termin nicht wahr", sagte ein Kammersprecher der APA am Montag. Bei der Zusammenkunft hätte es Änderungen im Gesundheitssystem - vor allem im niedergelassenen Bereich - gehen sollen.

"Das derzeitige Gesprächsklima wäre nicht das richtige, um so wichtige Sachthemen für die Wiener Bevölkerung zu besprechen", argumentierte Kammerpräsident Thomas Szekeres am Montag. Der jüngste Streitpunkt: Wehsely hatte am Wochenende angekündigt, die Veto-Möglichkeit der Ärztekammer abschaffen zu wollen, um zu verhindern, dass die Kammer gegen die Gründung eines Ambulatoriums Einspruch erhebt, obwohl die Stadt dringenden Bedarf sieht.

Für die Ärztekammer ist dieses Ansinnen demokratiepolitisch äußerst bedenklich, hieß es. Die "Angriffe" des vergangenen Wochenendes würden "die beiden Lager in Bezug auf ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis nun wieder meilenweit zurückwerfen".

Bei dem am vergangenen Mittwoch vereinbarten und für morgen anberaumten Treffen wäre es um Gesundheitspolitik gegangen. Dabei hätten "Weichen im Gesundheitswesen" gestellt werden sollen, wie ein Sprecher der Stadträtin das Ziel umriss. Auf der Agenda wären unter anderem Haus- und Kinderärzte, Primärversorgungszentren, die Planung des niedergelassenen Bereichs, die Lehrpraxisfinanzierung, der Ärztefunkdienst und eben die Thematik niedergelassener Bereich versus Ambulatorien gestanden.

Die Ärztekammer fordert nun von der Stadt vielmehr die Einberufung eines Gesundheitsgipfels ein, an dem auch die Sozialversicherungsträger - insbesondere die Wiener Gebietskrankenkasse - teilnehmen sollen. Dabei könnten alle Baustellen im angestellten als auch im niedergelassenen Bereich gemeinsam bearbeitet werden, wurde in der Aussendung der Vorteil hervorgehoben.

"Wir wollen konstruktiv über Lösungen sprechen", versicherte Kammer-Vizepräsident Johannes Steinhart, der auch als Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte fungiert. Doch das könne man nur, "wenn auch die Wiener Gebietskrankenkasse mit am Tisch sitzt". Und Szekeres versicherte abschließend: Man sei für Gespräche immer bereit - aber nur in einem konsensorientierten Diskussionsklima.