Erstellt am 07. Juli 2014, 11:56

von APA/Red

Gewalt im Nahen Osten nimmt zu. Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern eskaliert weiter. Im Norden Israels kam es in der Nacht zum Montag zu Demonstrationen und Angriffen auf die Polizei. 110 Menschen wurden festgenommen.

In Nahf und Nazarath zündeten maskierte Demonstranten Autoreifen an und errichteten Straßensperren. Bei Ausschreitungen im südisraelischen Beersheva wurden laut Polizei zwölf Menschen festgenommen.

Bei Luftangriffen von Israels Streitkräften auf den Gazastreifen wurden in der Nacht zum Montag sieben militante Palästinenser getötet, sagte ein Sprecher der palästinensischen Rettungskräfte. Zwei weitere Aktivisten gelten als vermisst. Anderen Berichten zufolge sei die Zahl der palästinensischen Toten bereits auf neun gestiegen. Die palästinensische Nachrichtenagentur "Maan" berichtete am Montag, bei sieben der Opfer handle es sich Mitglieder des bewaffneten Flügels der radikalislamischen Hamas.

Mehrfach Ziele im Gazastreifen attackiert

Vor dem Hintergrund der angespannten Lage im Nahen Osten attackierte das israelische Militär in den vergangenen Tagen mehrfach Ziele im Gazastreifen. Sie reagieren damit auf Angriffe aus den palästinensischen Gebieten. Allein am Montag schlugen seit Tagesbeginn zwölf Raketen im Süden Israels ein. Ein Soldat wurde dabei nach Militärangaben verletzt.

Die Lage im Nahen Osten ist derzeit wieder äußerst explosiv. Zuletzt hatte der gewaltsame Tod eines palästinensischen Jugendlichen die Stimmung angeheizt - viele Palästinenser sehen darin eine Vergeltungstat für den Tod von drei israelischen Religionsschülern, die Mitte Juni im Westjordanland verschleppt und getötet worden waren. Die israelische Polizei nahm wegen der Tötung des Palästinensers am Sonntag sechs jüdische Extremisten als Tatverdächtige fest.

Israels Ministerpräsident "tief erschüttert von abscheulichem Mord"

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat dem Vater des mutmaßlich von radikalen Juden ermordeten palästinensischen Jugendlichen sein Beileid ausgesprochen. Er selbst und die Bürger Israels seien "tief erschüttert von dem abscheulichen Mord" an dem 16-Jährigen, sagte Netanyahu dem Vater am Montag seinem Büro zufolge.

"Wir sind sofort aktiv geworden, um die Mörder zu finden, und sie werden vor Gericht gestellt", sagte Netanyahu. "Wir lehnen so ein grausames Verhalten ab und der Mord an Ihrem Sohn ist verabscheuenswürdig. Er kann von keinem menschlichen Wesen akzeptiert werden."

Die Leiche von Mohammed Abu Khder war am Mittwoch in einem Wald bei Jerusalem gefunden worden. Nach einem vorläufigen Autopsieergebnis wurde er nach palästinensischen Angaben bei lebendigem Leibe verbrannt. Israels Polizei hat sechs jüdische Tatverdächtige verhaftet.

Der israelische Rundfunk berichtete am Montag unter Berufung auf Polizeikreise, es handle sich um eine "Zelle von Mitgliedern des ultrarechten Lagers". Man gehe jedoch nicht von einer organisierten Terrorzelle aus. Tatmotive seien offenbar Hass auf Araber und Rache für den Mord an drei israelischen Teenagern im Westjordanland.