Erstellt am 04. Mai 2014, 06:15

Gewaltexzesse überschatten Cup-Triumph. In einem von Gewalt überschatteten Skandal-Finale hat der SSC Napoli am Samstag den italienischen Fußball-Cup gewonnen.

Der Tabellendritte der Serie A setzte sich in Rom gegen den AC Fiorentina mit 3:1 (2:1) durch. Die Partie im Olympiastadion wurde verspätet angepfiffen, nachdem bei einer Schießerei drei Napoli-Fans verletzt worden waren, einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr.

30-Jähriger schwer veletzt

Bei dem Schwerverletzten soll es sich um einen 30-jährigen Fan handeln. Vor dem Stadion kam es zudem zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der beiden Clubs. Insgesamt wurden mindestens zehn Menschen verletzt, darunter auch ein Polizist.

Die Napoli-Fans hatten nach den Vorfällen zunächst gefordert, die Partie zu verschieben, Kapitän Marek Hamsik diskutierte minutenlang mit ihnen. Schließlich begann das Match mit 45 Minuten Verspätung.

Die Treffer für die Süditaliener erzielten der italienische Nationalspieler Lorenzo Insigne (11./17. Minute) und Dries Mertens (92.), dem Peruaner Juan Vargas gelang zwischenzeitlich nur der Anschlusstreffer (28.). Napoli spielte nach einer Gelb-Roten Karte gegen Gökhan Inler ab der 79. Minute nur zu zehnt. Florenz wartet nach dem letzten Pokalsieg 2001 weiter auf einen Titel.

Image angekratzt

Der fünfte Cup-Triumph der Neapolitaner geriet nach den Ereignissen vor dem Spiel aber zur Nebensache. Das ohnehin angekratzte Image des italienischen Fußballs wurde an diesem Abend erneut ramponiert. "Solche Ereignisse sind inakzeptabel", erklärte Liga-Präsident Maurizio Beretta. Nationalcoach Cesare Prandelli sprach sichtbar gezeichnet von "einer unglücklichen Sache".

Noch ist unklar, unter welchen Umständen die Männer verletzt wurden. Wer die Krawalle außerhalb des Stadions auslöste, ist ebenfalls ungeklärt. Nach Polizeiangaben sollen auch Radikale aus der Römer Szene beteiligt gewesen sein.