Erstellt am 22. August 2015, 18:44

von APA Red

Glawischnig sieht OÖ-LH am falschen Dampfer. Die oö. Grünen sind am Samstag im Biohof Achleitner in Eferding offiziell in den Landtags-Wahlkampf gestartet.

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Spitzenkandidat Rudi Anschober kündigte einen Bioplan als "zweites großes Umbauprojekt nach der Energiewende" an. Bundessprecherin Eva Glawischnig machte LH Josef Pühringer (ÖVP) darauf aufmerksam, dass er "am falschen Dampfer sei", wenn er Schwarz-Blau ins Auge fasse.

Im Gegensatz zu den Freiheitlichen hätten die Grünen Lösungen für anstehende Probleme, sagte Glawischnig. Wenn es im Nationalrat um etwas Wichtiges gehe, seien die Freiheitlichen nie dabei, "immer dagegen, immer nur Hetze", so die Grüne Bundessprecherin in Anspielung auf das Verfassungsgesetz zum Durchgriffsrecht.

Glawischnig warnte davor, die FPÖ ans Ruder zu lassen: In Kärnten sei durch jahrelange Misswirtschaft und Korruption ein Schuldenberg entstanden. Insgesamt sei der Jugend ein Schaden von 19 Mrd. Euro "als Bleikugel umgehängt" worden. "Ein zweites Experiment wollen wir uns nicht leisten."

Die Grünen in Oberösterreich hätten hingegen bewiesen, "dass es möglich ist, mit weißer Weste und sauberen Händen Politik zu machen". Daher ihr Appell an Pühringer: "Wenn sich ein Landeshauptmann immer mehr in Richtung blauer Positionen bewegt, dann ist er am falschen Dampfer. Und ich bitte ihn, den Dampfer wieder zu verlassen, und in das Grüne Zukunftsschiff einzusteigen."

In den vergangenen zwölf Jahren habe man Oberösterreich auf Grünen Kurs gebracht, bilanzierte Spitzenkandidat Rudi Anschober. So spare das Land mittlerweile etwa eine Milliarde Euro an Importen von fossiler Energie, es sei ein neues Miteinander von Umwelt und Industrie entstanden.

Für die nächste Legislaturperiode kündigte er ein neues Projekt an: "Wir wollen es schaffen, dass Oberösterreich Bioland Nummer eins wird", er werde demnächst einen "Bioplan" präsentieren, ein "Gegenmodell zu TTIP".

"Die Grünen sind biologisch-dynamisch gewachsen ohne Kunstdünger und ohne Gift des Populismus. Wir stehen auf dem Boden von Werten und Haltungen. Auf uns kann man sich verlassen", sagte Anschober. Es gebe allerdings eine kleine Gruppe von Wirtschaftstreibenden, "die jetzt weniger Öl verkaufen", die in der ÖVP massiv Stimmung für Schwarz-Blau machen würden. Das müsse verhindert werden.

Anschober appellierte für eine breite Zusammenarbeit auch beim Thema Asyl, "ohne Hetze": "Wir werden das Miteinander in den Vordergrund stellen. Dann werden wir das Gleiche schaffen wie nach der Ungarnkrise, nach der Niederschlagung des Prager Frühlings oder im Jugoslawienkrieg", ist er überzeugt.