Erstellt am 10. Juni 2015, 15:00

von APA Red

Glimpfliche Unwetter in Südsteiermark. Die Steiermark ist bei den Unwettern am Dienstagabend relativ glimpflich davongekommen, Schäden durch Hagel und überflutete Keller entstanden vor allem nördlich und südlich der Landeshauptstadt Graz.

 |  NOEN, APA (EXPA/Groder)

In Tirol sind unterdessen die Aufräumarbeiten nach den Unwettern im Sellrain- und Paznauntal mit Hochdruck fortgesetzt worden.

Der weststeirische Bezirk Deutschlandsberg blieb größtenteils verschont, einige überflutete Straßen gab es in der Obersteiermark. Die meisten Einsätze innerhalb kurzer Zeit galt es am Abend in der Gemeinde Gratwein-Straßengel aufgrund von Starkregen und Hagel zu absolvieren. Zahlreiche Keller, Tiefgaragen und Eisenbahnunterführungen wurden überflutet und mussten ausgepumpt werden.

Im Bezirk Deutschlandsberg wurden kleinräumige Überflutungen bzw. überschwemmte Keller in den Gemeinden Groß St. Florian und St. Martin gemeldet. Am weststeirischen Gaberl (Bezirk Voitsberg) stürzte ein Pkw während eines Gewittersturms von der Bundesstraße, knapp unterhalb der Passhöhe. Das Auto schlitterte rund 15 Meter den Abhang hinunter und kam seitlich auf der Fahrerseite zum Stillstand.

Noch bevor die Feuerwehren Kleinlobming, Knittelfeld und Salla eintrafen, hatte ein anderer Verkehrsteilnehmer den Fahrer bereits aus dem Wagen befreit. Der Pkw wurde mit einer Seilwinde den Abhang hinaufgezogen und mittels Kran wieder auf die Straße gehoben.

In Mellach (Bezirk Graz-Umgebung) und in Schlossberg im Bezirk Leibnitz wurden zwei Frauen vorsichtshalber ins Krankenhaus eingeliefert, weil in ihrer Nähe Blitze eingeschlagen hatten. In Unterpremstätten, Lieboch, Zettling und Hitzendorf südlich und westlich von Graz waren durch den Sturm etliche Bäume umgestürzt und hatten Straßen blockiert.

In Tirol waren am Mittwoch nach wie vor rund 250 Soldaten des Bundesheeres im Einsatz. Zusätzlich waren Hunderte Feuerwehrleute, freiwillige Helfer und Mitarbeiter des Roten Kreuzes an den Hilfsmaßnahmen beteiligt. Die Wettersituation war günstig und sollte auch die kommenden Tage so bleiben.

Einem Heeressprecher zufolge verliefen die Arbeiten planmäßig. Die Kooperation mit den Einsatzkräften und der Bevölkerung vor Ort sei "vorbildlich". In der Gemeinde See im Paznauntal halfen auch 135 Polizisten aus Nieder- und Oberösterreich bei den Aufräumarbeiten mit. Der Einsatz erfolgte an ihrem freien Tag, wie das Land betonte. Die Beamten sind wegen des G-7-Gipfels und des Bilderbergtreffens in Telfs in Tirol.

Spätestens ab Freitag befahrbar sein soll die Ersatzbrücke über die Melach auf der Oberperfer Straße, teilte Landesbaudirektor Robert Müller mit. Derzeit versuchen Techniker der Landesstraßenverwaltung, von Kematen und Sellrain in die Schluchtenstrecke der Sellraintalstraße vorzudringen, um die Detailschäden einschätzen zu können.