Erstellt am 12. Januar 2015, 08:05

von APA/Red

Dieses Mal kein Golden Globe für Christoph Waltz. Michael Keaton hat den Golden Globe als bester Schauspieler in einer Komödie oder einem Musical gewonnen. Der in derselben Kategorie nominierte Christoph Waltz ging somit leer aus.

Keaton siegte am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles für seine Darstellung eines alternden Hollywood-Schauspielers in der Film-Satire "Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)".

Waltz erstmals als "Bester Hauptdarsteller" nominiert

Österreichs zweifachem Oscar-Preisträger Waltz hatten Beobachter ohnehin diesmal wenig Chancen eingeräumt. Es wäre sein erster Golden Globe als Hauptdarsteller gewesen. Der gebürtige Wiener war für seine Rolle in Tim Burtons "Big Eyes" erstmals in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller Komödie/Musical" nominiert.

Waltz hatte 2010 und 2012 Globes für seine Nebenrollen in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" respektive "Django Unchained", für die er dann auch die Academy Awards (Oscars) erhielt, gewonnen.

Für sein über zwölf Jahre gedrehtes Jugenddrama "Boyhood" gewann Richard Linklater den Golden Globe als Bester Regisseur. "Boyhood" wurde auch mit dem Golden Globe für das beste Filmdrama ausgezeichnet. Der Film erzählt die Geschichte des sechs Jahre alten Mason, der im Laufe der Handlung zu einem jungen Erwachsenen heranreift.

Die britisch-deutsche Filmkomödie "Grand Budapest Hotel" gewann den Golden Globe als beste Filmkomödie. Der russische Filme "Leviathan" heimste die goldene Weltkugel in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film ein.

Die besten TV-Serien: "The Affair" und "Transparent"

"The Affair" und "Transparent" sind aus Sicht der Golden-Globes-Jury die besten Fernsehserien des vergangenen Jahres. "The Affair"wurde als beste Dramaserie ausgezeichnet. Es handelt sich um die Schilderung eines Ehebetrugs und der psychologischen und sozialen Folgen.

"Transparent" schildert die Verwerfungen in einer Familie, nachdem sich der Vater als Transsexueller zu erkennen gegeben hat. Die Serie ist eine Eigenproduktion des Online-Versandhändlers Amazon.

Die Golden Globes werden vom Verband der Auslandspresse (Hollywood Foreign Press Association/HFPA) vergeben. Sie gelten als wichtiges Stimmungsbarometer für die Oscar-Verleihung Ende Februar.

Plädoyer für die Pressefreiheit "von Nordkorea bis Paris"

Mit stehenden Ovationen hatte das Publikum der Golden-Globes-Gala ein Plädoyer der Veranstalter der Film- und TV-Preise für die Pressefreiheit bedacht.

"Gemeinsam werden wir zusammenstehen gegen Jeden, der das Recht auf freie Meinungsäußerung unterdrückt", sagte der Chef des Verbands der Auslandspresse in Hollywood, Theo Kingma. Das gelte für jeden Ort der Welt, "von Nordkorea bis Paris".

Kingma bezog sich damit nicht nur auf das jüngste islamistische Attentat auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo", sondern auch auf den Hackerangriff auf den Filmkonzern Sony, der im Zusammenhang mit der Nordkorea-Satire "The Interview" stand.