Erstellt am 10. April 2015, 19:36

von APA/Red

Wiesberger spielte in Augusta starke zweite Runde. Mit einer kämpferischen Leistung hat Profigolfer Bernd Wiesberger bei seinem ersten Masters-Start wohl doch noch den Cut geschafft.

Nach der 75 vom Donnerstag ließ der Österreicher am Freitag in Augusta trotz eines Doppelbogeys eine starke 70er-Runde folgen. Bei gesamt 145 Schlägen und eins über Par war der Cut damit praktisch sicher. Dominierender Mann war zunächst auch am Freitag Jordan Spieth.

Wiesberger startete am zweiten Tag sehr früh und mit einem Gesamtscore von plus drei als Gesamt-69. in den Kampf um einen Platz in den Top-50, die auch am Wochenende beim ersten Major des Jahres noch mit dabei sein dürfen.

Anspruchsvolle Fahnenpositionen 

Die Verantwortlichen des Augusta National GC hatten den Platz nach dem tiefen Score von Spieth, der am Donnerstag mit einer 64er-Runde fast den Platzrekord egalisiert hätte, aber noch einen Stück schwieriger gemacht. Die Fahnenpositionen waren noch anspruchsvoller, die Grüns bewusst schon in der Früh härter gemacht worden.

Etwas, das Wiesberger auf den ersten neun Löchern prompt in Probleme brachte. Zunächst startet der Burgenländer aber souverän und holte sich schon am zweiten Loch, dem ersten Par 5 des Kurses, sein erstes Birdie ab. Bei gesamt zwei über Par lag er damit schnell im voraussichtlichen Cut.

Der 29-Jährige hielt sich trotz einiger Probleme auch über die Löcher drei, vier und fünf auf diesem Score. Auf der sechsten Bahn, einem bergab zu spielenden Par 3, rollte sein Ball auf dem härteren Grün aber etwas länger aus als erwartet. Statt einen sicheren Putt spielen zu können, musste der Österreicher bergab chippen.

Doppel-Bogey machte Arbeit zunichte

Dabei erlebte der Oberwarter den Albtraum jedes Hobbygolfers. Der Birdie-Chip verfehlte das Loch ebenso um einen Zentimeter wie der Retour-Putt zum Par vom Grün-Rand. Anschließen lippte der Bogey-Putt aus. Auf nur einem Loch hatte der Burgenländer mit einem Doppel-Bogey seine ganze Arbeit zunichtegemacht und lag plötzlich wieder zwei Schläge außerhalb des elitären Finalfeldes.

Wiesberger zeigte aber Moral. Nachdem er auf der neun das Grün überschlagen hatte und sein Ball mitten in den Zuschauern gelandet war, blieb auch noch sein Chip im hohen Gras hängen. Dennoch stopfte er den wichtigen Par-Putt trotz heikler Bergablage zum Par.

Das war irgendwie eine Wende. Auch Trainer Philippe de Busschere zeigte sich trotz aller Probleme bis dahin überzeugt, dass sein Schützling auf den zweiten neun Löchern die notwendigen Birdies für den Cut schaffen wird. Im Visier hatte man dabei vor allem die beiden Par-5-Bahnen, an der Spieltaktik hatte man trotz der 75 am Starttag eisern festgehalten.

Und Wiesberger hielt, was sein Coach erhofft hatte. Fast gelang das erste "Vögelchen" schon auf der zehn, als er vom Vorgrün hauchdünn scheitert. Ausgerechnet im Herzen des berüchtigten "Amen Corner" klappt es dann.

Auf der zwölf, dem vielleicht bekanntesten Par 3 der Welt, zirkelte er mit einem perfekten Abschlag den Ball über den Rae's Creek auf das Grün und verwertete den Birdie-Putt aus gut zwei Metern. Auf der 13 rettet er trotz eines Wasserballs das Par und auf der 15, dem letzten Par fünf des Kurses, kam das "versprochene" nächste Birdie.

Dass er damit wieder im Cut lag, wirkte wie ein Befreiungsschlag. Denn schon auf der 16 ließ er seinen nächsten Schlaggewinn folgen und danach nichts mehr anbrennen.

Obwohl ein Großteil des Feldes noch am Spielen war, stand der Verlängerung von Wiesbergers Aufenthaltes im Golf-Paradies an der Magnolia Lane damit kaum noch etwas im Weg. Wiesberger ist der erste Österreicher, der zum weltberühmten Masters in Augusta eingeladen worden ist.