Erstellt am 23. Oktober 2015, 13:01

von APA/Red

Google, Amazon und Microsoft begeistern Anleger mit Gewinnen. Google glänzt im ersten Zwischenbericht unter dem neuen Namen Alphabet mit unerwartet starken Umsätzen und Gewinnen.

 |  NOEN, APA (dpa-Zentralbild)

Der Internet-Riese überraschte am Donnerstagabend zudem mit einem Aktienrückkaufprogramm im Volumen von mehr als 5 Mrd. Dollar (4,4 Mrd. Euro). Auch die Internet-Riesen Amazon und Microsoft begeisterten die Anleger mit überraschend hohen Gewinnen.

Werbung über Mobilgeräte spült Geld in die Kassen

In den vergangenen Monaten profitierte das als Suchmaschinenbetreiber groß gewordene Unternehmen aus dem Silicon Valley vor allem von einem florierenden Anzeigengeschäft auf der konzerneigenen Online-Video-Plattform YouTube. Doch auch die als zukunftsweisend geltende Werbung über Mobilgeräte wie Smartphones spülte dem Konzern kräftig Geld in die Kassen. Die Aktie schoss nachbörslich fast neun Prozent nach oben auf den Rekordstand von 741 Dollar, womit Alphabet am Kapitalmarkt nun rund eine halbe Billion Dollar wert ist.

Das Unternehmen steckt mitten im Umbau. Die Holding Alphabet unter der Führung von Google-Mitgründer Larry Page soll Ordnung in das Firmengeflecht bringen, das durch das rasante Wachstum seit der Gründung vor rund 17 Jahren entstanden ist. So entwickelte sich die für ihr buntes Buchstaben-Logo bekannte Internetfirma zu einem Konzern, der nicht nur für die weltweit dominierende Suchmaschine steht, sondern auch für das Handy-Betriebssystem Android und YouTube-Videos, die Entwicklung fahrerloser Autos, Computerbrillen und Drohnen sowie die Finanzierung von Start-ups.

Die neue Struktur kommt erst bei der nächsten Quartalsbilanz zum Tragen, sie wurde Anfang Oktober wirksam. Unter dem Alphabet-Dach bleibt Google für Suchmaschinen und Werbung zuständig.

Google verdient vor allem an der Werbung

Unter dem Druck von Internet-Netzwerken wie Facebook ringt Google vor allem damit, den eigenen Erfolg aus der PC-Ära in die Welt von Mobilgeräten zu übertragen. Laut Google-Chef Sundar Pichai nahm das Unternehmen dabei jetzt eine wichtige Hürde: "Weltweit gab es erstmals mehr Suchanfragen über Handys als über herkömmliche PCs", betonte der Manager. Google verdient vor allem an der Werbung auf seinen Online-Seiten.

Amazon überraschte mit einem Gewinn von 79 Mio. Dollar im dritten Quartal. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von 437 Mio. Dollar unterm Strich gestanden. Der Online-Versandhändler schloss damit das zweite Quartal in Folge im Plus ab.

Amazon übertraf die Erwartungen

Auch beim Umsatz übertraf Amazon die Erwartungen von Analysten und Anlegern. Er wuchs um 23 Prozent auf 25,4 Mrd. Dollar. Grund dafür waren vor allem das starke Wachstum in den USA, wo die Verkäufe um 28,2 Prozent auf 15 Mrd. Dollar zulegten. Auch die Cloud-Sparte, die Rechenleistung für Dritte bereitstellt, legte kräftig zu. Der Kurs der Amazon-Aktie sprang im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als zehn Prozent nach oben.

Der weltgrößte Internethändler steht unter dem Druck der Anleger, trotz der hohen Ausgaben für neue Technik und Angebote Profite zu erwirtschaften. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren in eine Reihe von Projekten investiert, vom eigenen Smartphone über einen Streamingdienst bis zur Produktion eigener Fernsehserien.

Der US-Technologiekonzern Microsoft verdiente im vergangenen Quartal 4,6 Mrd. Dollar, ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging dagegen um zwölf Prozent auf 23,2 Mrd. Dollar zurück. Der Aktienkurs legte um etwa acht Prozent zu.

Nachfrage nach Betriebssystem Windows 10 ist groß

Microsoft-Chef Satya Nadella erklärte, der Konzern mache bei seiner Neuausrichtung hin zu Software und Dienstleistungen für das mobile Internet Fortschritte. Die Nachfrage nach dem Ende Juli eingeführten Betriebssystem Windows 10 sei groß. Microsoft dominiert das klassische PC-Geschäft mit Windows und der Bürosoftware Office, bei den zukunftsträchtigen Smartphones und Tablets liegt der Konzern aber hinter den Konkurrenten Google und Apple.

In den drei Monaten bis Ende September kletterten die Anzeigenumsätze um 13 Prozent auf 16,8 Mrd. Dollar. Insgesamt legten die Erlöse der gesamten Alphabet-Holding ebenfalls um 13 Prozent auf 18,7 Mrd. Dollar zu. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit knapp 4 Mrd. Dollar 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Analysten hatten auch hier weniger erwartet.

Die Experten lobten unter anderem die Maßnahmen der neuen Finanzchefin Ruth Porat, die Kosten im Rahmen zu halten. James Cakmak von der Brokerage-Firma Monness, Crespi, Hardt & Co betonte, Google scheine den Übergang hin zur mobilen Nutzung besser als erwartet zu bewältigen. Doch er zeigte sich zugleich kritisch angesichts der wachsenden Dominanz von Apps. Bei diesen Mini-Programmen für Mobilgeräte habe Google nicht viel mehr als YouTube zu bieten.