Erstellt am 21. August 2014, 19:14

von APA Red

Fortsetzung des silbernen Titel-Duells. Nach einer vierwöchigen Pause meldet sich die Formel 1 am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/live ORF eins, RTL und Sky) mit dem Grand Prix von Belgien in Spa zurück.

Während die einen in den verbleibenden acht Rennen Verpasstes nachholen wollen, streben andere den Verbleib auf der Erfolgswelle an. Im Fokus steht dabei die Fortsetzung des silbernen WM-Duells zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton.

Wie vor einem Jahr mit Red Bull-Renault wird die WM in der Königsklasse des Automobilsports auch heuer von einem Team dominiert. Anders als 2013, als Sebastian Vettel 13 Siege errang, gibt es heuer nur ein Solo in der Konstrukteurswertung – Mercedes führt mit 393:219 Punkten vor den "roten Bullen".

Im Kampf um den WM-Titel bei den Fahrern deutet vieles darauf hin, dass die Entscheidung erst im letzten Rennen in Abu Dhabi fallen wird, zumal im letzten Grand Prix erstmals die doppelte Punktezahl vergeben wird.

Hamilton lässt sich nicht unterkriegen

Die beiden Mercedes-Fahrer Rosberg und Hamilton sind nach 11 von 19 Saisonrennen an der Spitze lediglich durch elf Zähler getrennt. In den letzten eineinhalb Monaten vor der Sommerpause war Hamilton zwar alles andere als vom Glück begünstigt, doch trotz diverser technischer Defekte – überhitzte Bremsen, kaputte Bremsscheibe, Benzinleck – ließ sich der Brite von Rosberg nicht distanzieren.

In den letzten vier Grands Prix bewies Hamilton ein ums andere Mal seine fahrerische Klasse, indem er sich nach verpatzten Qualifyings in den Rennen um insgesamt 47 (!) Positionen nach vorne kämpfte.

Zuletzt behielt Hamilton in Ungarn gegenüber seinem von der Pole Position gestarteten deutschen Teamkollegen die Nase vorn und wurde Dritter, obwohl er aus der Boxengasse hatte starten müssen. Auf dem Weg zu seinem neunten Podestplatz des Jahres ignorierte Hamilton den per Funk mitgeteilten Befehl der Mercedes-Crew, den mit frischeren Reifen fahrenden Rosberg vorbeizulassen.

Der Kampf um den Sieg geht weiter

Nicht erst seit diesem Zwischenfall ist die Atmosphäre zwischen den beiden Topfahrern aufgeheizt. Rosberg und Hamilton liefern einander auf den Rennstrecken teaminterne Duelle auf höchstem Level, gleichzeitig wird der Kampf um die WM-Krone abseits der Kurse längst auch auf psychologischer und verbaler Ebene geführt.

"Beide Fahrer pushen sich auf ein neues Niveau, weil man beim jeweils anderen sieht, was noch möglich ist. Es ist unglaublich, was für eine geringe Fehlerquote beide haben", schwärmte Paddy Lowe, der Technikverantwortliche bei Mercedes, jüngst gegenüber "Autosport.com".

Sechsmal bereits durfte das Mercedes-Werkteam 2014 über einen Doppelsieg jubeln. Nur zweimal, in Kanada und in Ungarn, gewannen die Silberpfeile nicht, beide Male stand Daniel Ricciardo auf dem obersten Podest.

Der 25-jährige Australier war in seiner ersten Saison als Teamkollege von Sebastian Vettel bisher zweifellos die große Überraschung. Im internen Qualifying-Duell führt Ricciardo gegen den viermaligen Weltmeister mit 7:4, in der WM-Wertung hat die drittplatzierte Frohnatur aus Perth 43 Punkte mehr auf dem Konto als Vettel.

Viele setzen auf den Finnen

Die Experten verblüfft hat vor der Sommerpause auch Valtteri Bottas. Der Finne errang im Williams-Mercedes in Spielberg, Silverstone und Hockenheim dreimal en suite einen Podestrang und gilt seither als jener Fahrer, der als nächster seinen Premierensieg feiern wird – vielleicht schon am Wochenende in Spa-Francorchamps.

Als derzeit überraschender WM-Fünfter hat Bottas mehr als doppelt so viele Zähler (95:40) auf dem Konto wie sein namhafter Teamgefährte Felipe Massa, dem es im bisherigen Saisonverlauf als Einzigem gelungen ist, Mercedes in einem Qualifying (Spielberg) zu besiegen.

Das mit Spannung erwartete interne Duell bei Ferrari zwischen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen war bisher wenig brisant – zu schwach erwies sich der finnische Weltmeister von 2007.

Wie Vettel bei Red Bull tut sich Räikkönen mit dem neuen Dienstauto mit Turbo-Antrieb in nie erwartetem Ausmaß schwer, weshalb für ihn nur ein sechster Platz als bestes Saisonresultat zu Buche steht. Für Räikkönen und Ferrari geht es bis zum Saisonende darum, die richtigen Schlüsse im Hinblick auf die WM 2015 zu ziehen, für welche das Reglement keine einschneidenden Änderungen vorsieht.