Erstellt am 25. September 2015, 13:13

Grazer soll Investoren um Millionen Euro betrogen haben. Ein 50-jähriger Grazer soll seit 2010 zusammen mit einem Oberösterreicher gutgläubigen Investoren rund 2,5 Millionen Euro entlockt, aber damit nicht die versprochenen Geschäfte gemacht haben.

 |  NOEN, APA (dpa)

Mit zwei Firmen in Dubai wollte der Verdächtige einen Energydrink vermarkten und ein Goldgeschäft aufziehen. Bis auf ein paar 100.000 Euro haben die mehr als 40 Geschädigten aber kein Geld wiedergesehen.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte habe der Grazer vor mehr als fünf Jahren den 57-jährigen Oberösterreicher kennengelernt, der offenbar schon eine Firma in Dubai hatte. Mit seiner Hilfe wollte der 50-Jährige ebenfalls mit zwei Unternehmen in Dubai durchstarten. Ab 2010 warb er bei Investoren um Gelder und versprach "gute Gewinne", erklärte ein Ermittler auf Anfrage. Etwa 40 Geldgeber - vorwiegend aus der Steiermark, aber auch aus anderen Bundesländern und Deutschland - vertrauten dem Grazer Geld an. Laut Polizei soll es auch noch weitere Geschädigte geben, die man aber noch nicht kenne.

Mit den Investitionen gründete der 50-Jährige offenbar tatsächlich die Firmen in Dubai und mietete auch Büros an. Die Gewinne erst nach der Aufbauphase sollten an seine Kunden ausbezahlt werden. 2012 flossen tatsächlich auch mehrere 100.000 Euro an die Investoren zurück, die aus angeblichen Goldgeschäften stammten. Tatsächlich hatte der Verdächtige aber so gut wie kein Gold mit den investierten Geldern gekauft. Die Kunden bekamen praktisch einen Teil ihrer Investitionen zurück, schilderte die Polizei.

Der Rest des Geldes ist offenbar verschwunden, stecke aber laut dem Verdächtigen in den Firmen in Dubai. Die entsprechenden Unterlagen seien ebenfalls dort. Bei den Vernehmungen schob er die Schuld auf andere und sprach von nicht gewährten Krediten. Die Investoren haben jedenfalls seit 2012 kein Geld mehr ausgeschüttet bekommen, weshalb Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eintrudelten und den Fall ins Rollen brachten. Laut Polizei seien die Ermittlungen vorerst abgeschlossen. Der Akt liege bei der Staatsanwaltschaft. Der 50-jährige Grazer soll sich nach einem anonymen Hinweis derzeit im Ausland befinden. Die Polizei habe momentan keinen Kontakt zu ihm.