Erstellt am 19. Februar 2015, 13:27

von APA/Red

Griechenland beantragt Verlängerung der Euro-Finanzhilfen. Politik: Die griechische Regierung hat beim Euro-Stabilisierungsfonds EFSF eine Verlängerung ihrer Kredithilfen um sechs Monate beantragt. Die damit bisher verbundenen Spar- und Reformauflagen lehnt Athen jedoch weiter ab.

Die Finanzminister der Eurozone kommen am Freitag zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammen, um über den griechischen Antrag auf weitere finanzielle Unterstützung zu beraten.

Die Ende Jänner gewählte Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras hat "gemäß ihren Versprechen keine Verlängerung des Memorandums beantragt", sondern nur die Verlängerung der "Kreditvereinbarung" mit den internationalen Gläubigern, hieß es aus Regierungskreisen. Ziel der linksgeführten Regierung sei es, die "humanitäre Krise" in Griechenland nach Jahren der Rezession zu beseitigen.

"Sofortige Reformen gegen Steuerflucht und Korruption" 

In dem Schreiben an die EU-Partner verspreche Athen "einen ausgeglichenen Haushalt" für die sechs Monate, in denen die beantragte "Übergangsvereinbarung" gelten soll, hieß es weiter. Zudem werde Griechenland "sofortige Reformen gegen Steuerflucht und Korruption umsetzen".

Die halbjährige Übergangsphase solle Griechenland Zeit geben, um "ohne Erpressung und Zeitdruck" mit den Gläubigern einen auf vier Jahre angelegten Reformplan auszuhandeln. Dieser müsse aus Sicht Athens auch eine Klausel "zur Verringerung der Schulden" des Landes enthalten.

Griechenland droht Staatsbankrott

Griechenland ist seit 2010 über zwei internationale Hilfsprogramme mit insgesamt rund 240 Mrd. Euro vor dem Staatsbankrott gerettet worden. Das derzeitige Hilfsprogramm läuft Ende Februar aus. Ohne weitere Unterstützung droht dem Land in den kommenden Monaten der Staatsbankrott, ein Verbleib in der Währungsunion könnte infrage gestellt werden.

Die Schulden Athens belaufen sich derzeit auf rund 320 Mrd. Euro, was 175 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Die neue Regierung fordert deshalb einen teilweisen Schuldenerlass. Die Euro-Partner lehnen dies aber ab, weil sie dann Milliardenverluste in ihren Haushalten verbuchen müssten.