Erstellt am 23. Juni 2015, 09:58

von APA/Red

Griechenland-Schuldenstreit soll bis Mittwoch gelöst sein. Die Euro-Staaten wollen den monatelangen Schuldenstreit mit Griechenland in einem neuen Anlauf bis Mittwochabend lösen.

Verhaltene Zuversicht bei Tsipras  |  NOEN, APA (epa)

Bis dahin sollen Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die neuen Reformvorschläge der griechischen Regierung geprüft haben. Die Finanzminister der Eurozone könnten anschließend grünes Licht für das Paket geben

Faymann: "Wir sind auf dem richtigen Weg"

Auf diesen Fahrplan legten sich die Staats- und Regierungschefs der Eurozone zusammen mit Griechenland am Montagabend auf einem Sondergipfel in Brüssel fest. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) äußerte sich gedämpft über den Streit zwischen der Eurozone und Griechenland. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber ich kann nicht einen Optimismus heucheln", sagte er.

Alle hätten unterstrichen, dass eine Lösung notwendig sei. "Niemand sagt, man rechnet mit einem Grexit oder möchte ihn gar". Aber "ich muss Ihnen offen sagen, wir haben keine Lösung zustande gebracht, die mir ermöglicht, zu sagen, es ist nur mehr eine Formalsache, wenn die Finanzminister sich Mittwoch abschließend treffen", so Faymann.

Kommissionschef Jean-Claude Juncker äußerte sich nach dem Treffen in der Nacht auf Dienstag zuversichtlich, dass es eine Einigung mit Griechenland noch in dieser Woche geben könne. Auch der französische Präsident Francois Hollande sagte, die Grundlagen für eine Einigung mit der Regierung in Athen lägen "hier und jetzt" vor.

Wie Hollande betonten aber die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und IWF-Chefin Christine Lagarde, dass bis Mittwoch noch eine Menge Arbeit zu erledigen sei.

Tsipras: Einigung liegt in den Händen der Geldgeber

Der griechische Premier Alexis Tsipras sagte, eine Einigung liege nun in den Händen der Geldgeber: "Wir suchen eine dauerhafte Lösung, der ein starkes Wachstumspaket folgt und die für die griechische Wirtschaft nachhaltig ist."

Die griechische Regierung hatte am Wochenende neue Reformvorschläge vorgelegt, die von der EU-Kommission zunächst positiv aufgenommen wurden. Ein Treffen der Eurogruppe am Montagnachmittag war dann aber ergebnislos geblieben, weil die Finanzminister mehr Zeit für die Bewertung der Maßnahmen durch die Institutionen forderten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) erweiterte indes den finanziellen Spielraum für griechische Banken ein weiteres Mal. Dies verlautete am Dienstag aus Bankkreisen in Athen. Damit erhöhte die EZB den Rahmen für die sogenannten ELA-Notkredite zum vierten Mal binnen weniger Tage.