Erstellt am 25. Juni 2014, 00:16

Griechenland nach 2:1 über Ivorer im Achtelfinale. Griechenland steht erstmals im Achtelfinale einer Fußball-WM. Die Griechen besiegten am Dienstag zum Abschluss der Gruppe C die Elfenbeinküste dank eines Elfertors von Giorgios Samaras in der 93. Minute mit 2:1 (1:0).

Und damit schafften sie bei ihrem dritten WM-Turnier auch dank Schützenhilfe von Gruppensieger Kolumbien, das Japan 4:1 besiegte, den historischen Aufstieg. Im Achtelfinale wartet Costa Rica.

Andreas Samaris brachte Griechenland in der 42. Minute in Führung, Wilfried Bony gelang in der 76. Minute der Ausgleich. Nach Foul von Sio an Samaras in der Nachspielzeit entschied der venezolanische Schiedsrichter Carlos Vera auf Elfmeter, den der Gefoulte sicher verwertetet. Der Europameisters von 2004 traf zudem durch Holebas (33.), Karagounis (68.) und Torosidis (80.) dreimal nur Latte oder Stange. Die Elfenbeinküste, die ein Unentschieden für das Achtelfinale gebraucht hätte, muss dagegen auch bei ihrer dritten WM-Teilnahme nach der Gruppenphase die Heimreise antreten.

Griechenland setzte einmal mehr auf seine defensive Stärke und überwand auch personelle Probleme. Kapitän Katsouranis fehlte wegen einer Sperre, Stürmer Mitroglou verletzt. Zudem schieden Kone (8.) und Torhüter Karnezis (24.) früh wegen Verletzung aus. Für Kone kam Samaris, der nach einem schweren Fehler der Elfenbeinküste die Serie der Joker-Tore fortsetzte. Tiote verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball, Samaras setzte Samaris ein und der Mittelfeldspieler von Olympiakos Piräus ließ sich die Chance nicht entgehen.

Wenig Höhepunkte in erster Halbzeit

Es war eine nicht unverdiente Führung in einer Partie, die in der ersten Halbzeit kein Tempo und ganz wenige Höhepunkte hatte. Und die setzten nicht wie erwartet die Elfenbeinküste, die erstmals mit Stürmerstar Didier Drogba in der Startelf angetreten war. Die Afrikaner versuchten zwar das Spiel zu machen, spielten aber zu langsam im Aufbau und kamen so zunächst zu keiner echten Torchance.

Griechenland tauchte in der ersten Hälfte auch nur zweimal vor dem Tor der Elfenbeinküste auf, war da aber jeweils brandgefährlich. Im ersten Versuch traf Holebas im Konter aus 18 Metern die Latte (33.), der zweite Schuss kurz vor der Pause saß.

Nach dem Wechsel erhöhte die Elfenbeinküste das Tempo ein wenig, aber nicht genug. Die Griechen kamen nur selten in Verlegenheit und sorgten mit ihren Kontern immer wieder für Gefahr. Etwa Karagounis, dessen Schuss aus gut 25 Metern an die Latte krachte (68.). Der eingewechselte Bony schaffte aber doch noch den Ausgleich - der den Ivorern zum Aufstieg gereicht hätte. Doch die Griechen gaben nicht auf. Torosidis traf zunächst nur die Stange (80.), ehe Samaras die Griechen doch noch belohnte.

Für zwei Spieler der Elfenbeinküste war die Partie eine besonders emotionale. Ibrahim Toure, der jüngere Bruder der beiden Teamspieler Yaya und Kolo Toure, war in der vergangenen Woche verstorben. Die beiden Brüder entschieden sich aber zu bleiben, die Ivorer liefen als Zeichen der Anteilnahme mit Trauerflor ein.

Kolumbien ohne Punkteverlust weiter

Im Parallelspiel in Cubaia setzte sich Kolumbien gegen Japan mit 4:1 (1:1) durch und gewann damit auch ihre dritte Partie in der Gruppe C. Juan Cuadrado mit einem verwandelten Elfmeter (17.), Jackson Martinez (55., 82.) und James Rodriguez (89.) machten den Erfolg in der Arena Pantanal perfekt.

In der Schlussphase stellte Ersatzgoalie Faryd Mondragon einen neuen WM-Rekord auf, er ist nach seiner Einwechslung in Minute 85 nur drei Tage nach seinem 43. Geburtstag der älteste Spieler der WM-Historie. Der Schlussmann von Deportivo Cali löste den bisherigen Rekordhalter Roger Milla aus Kamerun ab.

Die Kolumbianer bekommen es in ihrem erst zweiten Achtelfinale nach 1990 am Samstag (22.00 Uhr MESZ) in Rio de Janeiro mit dem Gruppe-D-Zweiten Uruguay zu tun. Für die Japaner, denen nur ein entsprechender Sieg weitergeholfen hätte, war der zwischenzeitliche Ausgleich durch Shinji Okazaki (45.+2) zu wenig. Die "Blauen Samurai" müssen mit einem Punkt im Gepäck als Pool-Schlusslicht die Heimreise antreten.

Die Kolumbianer brachten im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben in der K.o-Runde eine verstärkte "B-Elf" zum Einsatz. Mit Goalie David Ospina, Abwehrspieler Pablo Armero und Offensivgeist Cuadrado standen nur drei Spieler in der Startformation, die auch zuletzt beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste begonnen hatten. Dementsprechend wenig zeigten die Südamerikaner auch vom Start weg.

In Führung gingen sie aber trotzdem. Der gemeinsam mit Martinez als Sturmspitze aufgebotene Adrian Ramos wurde von Yasuyuki Konno im Strafraum gefoult und Cuadrado, der die Aktion auch eingeleitet hatte, vollendete mit einem wuchtigen Schuss genau in die Mitte. Sonst verlegten sich die Kolumbianer rein aufs Kontern, machten nur das Notwendigste. Die Japaner waren quirlig, druckvoller als beim 1:2 gegen die Elfenbeinküste sowie dem 0:0 gegen Griechenland, der letzte Pass kam aber nicht immer an.

Topchancen gab es daher wenige. Einen Kagawa-Schuss konnte Ospina zur Ecke abwehren (26.), ein Honda-Freistoß strich hauchdünn an der Stange vorbei (33.) und Yoshito Okubo brachte einen Fallrückzieher nicht aufs Tor (36.). Nachdem auf der Gegenseite Martinez die Chance auf das 2:0 ausgelassen hatte (42.), fiel doch noch der leistungsgerechte Ausgleich. Nach einer Honda-Flanke köpfelte Okazaki ins kurze Eck ein, Ospina konnte nicht mehr entscheidend abwehren.

Nach Halbzeit eins gönnte Teamchef Jose Pekerman auch noch Porto-Kicker Cuadrado und Quintero eine Pause. Mit dem bisher im Turnierverlauf überzeugenden James Rodriguez kam immerhin ein Stammspieler in die Partie. Und der Monaco-Legionär brachte ordentlich Schwung ins Spiel seiner Mannschaft. Er selbst ließ noch die Möglichkeit aufs 2:1 aus (50.), genauso wie kurze Zeit später der ebenfalls eingetauschte Carlos Carbonero (54.). Chance Nummer drei führte aber zum Erfolg: Rodriguez leistete die mustergültige Vorarbeit für Martinez, der ins lange Eck abschloss.

Die "Cafeteros" gingen es daraufhin wieder gemächlicher an, wodurch Japan noch einmal aufkam. Ospina war bei einem Honda-Freistoß auf dem Posten (64.), eine Minute später hämmerte Okubo den Ball aus bester Position über das Tor. Die Schlussphase gehörte aber wieder den Kolumbianern, die noch für klare Verhältnisse sorgten. Martinez ließ Uchida aussteigen und traf mit links, sieben Minuten später sorgte Rodriguez mit einem gefühlvollen Heber für den Schlusspunkt - auch, da Mondragon sein Tor bei einem Kakitani-Schuss sauber hielt (90.).