Erstellt am 19. April 2014, 10:35

Grödig hofft durch Stadionausbau auf neue Impulse. Selbst wenn Grödig einen Europacup-Startplatz verpassen sollte, bleibt der Aufsteiger die Überraschung der zu Ende gehenden Fußball-Bundesliga-Saison.

Und der Salzburger "Dorfclub" arbeitet daran, auch im Jahr zwei der Oberhaus-Zugehörigkeit wieder eine tragende Rolle zu spielen. Nicht zuletzt der Ausbau der Untersberg-Arena soll für neue Impulse sorgen.

"Wenn man vier Runden vor Schluss noch die Chance auf einen Europacup-Platz hat, dann kann man im sportlichen Bereich sehr zufrieden sein", resümierte Manager Christian Haas vor der Sonntagsheimpartie gegen Rapid. Selbst in seinen kühnsten Träumen habe Haas mit einer derart positiven Entwicklung nicht gerechnet. "Dass wir mit einer guten Saison Fünfter oder Sechster werden können, das schon. Aber damit nicht", erklärte der 36-Jährige, dessen Club sich sogar durch die Affäre um den mutmaßlichen Spielmanipulator Dominique Taboga nicht aus der Bahn werfen ließ.

Die vergangenen Monate zeigten aber eines: "Man sieht, dass man mit guter Arbeit viel erreichen kann", betonte Haas, der den Aufstieg des Clubs von der 1. Klasse bis in die Bundesliga ab 2002 maßgeblich beeinflusste. Während der Manager seine Funktion wohl noch länger ausüben wird, fehlt kommende Saison aber ein anderer, wichtiger Teil im Erfolgspuzzle. Trainer Adi Hütter hat bereits seinen Abgang angekündigt, Haas will sich bis Ende Mai Zeit lassen, ehe ein neuer Übungsleiter bekannt gegeben wird. Der immer wieder kolportierte Name von St. Pölten-Coach Gerald Baumgartner passt jedenfalls zum Haasschen Anforderungsprofil: "Ein österreichischer Trainer, den mit uns den österreichischen Weg geht. Junge, talentierte und hungrige Spieler sollen geholt werden."

Auch wenn einige Verträge von u.a. Philipp Huspek oder Peter Tschernegg auslaufen und über sieben Optionen entschieden werden muss, sei eines klar: "Es wird keinen großen Umbruch in der Mannschaft geben." So verfügen Goalie Cican Stankovic, Kapitän Ione Cabrera, Christoph Martschinko, Florian Hart, Marvin Potzmann, Mario Leitgeb, Sascha Boller und Tomi zumindest bis 2015 über aufrechte Kontrakte.

Und deshalb würden so wie das Budget, das Haas mit 3,5 bis 4 Millionen beziffert, auch die Ziele gleich bleiben. "Wir wollen einfach so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben. In unserer Situation können wir nicht sagen, dass wir Meister werden oder im Europacup spielen wollen." Die aktuellen Finanzprobleme des deutschen Namenssponsors und Metallrecyclers Scholz seien zwar nicht zu leugnen, der noch ein Jahr lang laufende Vertrag mit Scholz-Austria davon aber nicht betroffen. "Wir versuchen, den Verein auf breite Beine zu stellen und haben sehr viele neue Sponsoren bekommen", betonte Haas.

Für neue Impulse soll auch ein ausgebautes Stadion sorgen, im Mai und Juni wird Hand an die Untersberg-Arena gelegt. Zufahrt und Parkplätze rund ums Stadion sollen komplett asphaltiert werden, das Stadion auf eine Kapazität von 4.500 überdachten Sitzplätzen ausgebaut werden. "Es hat schließlich oft geregnet", sagte Haas. Drei der vier Seiten entlang des Spielfelds werden dann von Tribünen gesäumt sein, die provisorischen Konstrukte - im Februar waren noch dazu zwei Segmente der Gäste-Fantribüne eingeknickt - gehören dann der Vergangenheit an. "Das werden wir schaffen", gab sich Haas zuversichtlich.

Dass das auch eine Erhöhung der Besucher mit sich bringt, da ist sich freilich auch Haas nicht völlig sicher. "Ich hoffe, dass das in dieser Saison mit der Infrastruktur zusammenhängt", erklärte der Manager, der sich "von den Zuschauerzahlen schon enttäuscht" zeigte. Vor allem in der zweiten Saisonhälfte verpasste man mehrmals die 1.500er-Marke. Dass der "Emporkömmling"über keine gewachsene Fanbasis verfügt, weiß auch Haas. "Wolfsberg ist in Kärnten alleine, wir haben hier noch Red Bull Salzburg. Aber unser großes Vorbild ist ohnehin Ried."