Erstellt am 15. Dezember 2014, 08:56

von APA/Red

Islamist nahm dutzende Geiseln in Sydney. In der australischen Metropole Sydney hält ein vermutlich islamistischer Geiselnehmer seit Stunden dutzende Gäste und Angestellte eines Cafes in seiner Gewalt.

An den Fensters des Lokals lehnten mehrere Menschen mit erhobenen Händen. Zwei Personen mussten eine Fahne hochhalten. Darauf stand "Allah ist groß". Fünf Geiseln gelang nach Stunden die Flucht.

Geiselnehmer verlangte IS-Flagge

Die Polizei ist im Großeinsatz. Die Umgebung mitten im Geschäftsviertel wurde weiträumig abgesperrt. Gebäude in unmittelbarer Nähe wurden teils geräumt. Der öffentliche Verkehr wurde umgeleitet.

Der Geiselnehmer verlangte eine Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und ein Telefonat mit dem australischen Premierminister Tony Abbott. Der Mann habe Geiseln per Telefon für sich mit Medien sprechen lassen, berichtete der Sender CNN am Montag.

Eine Polizeisprecherin sagte, bisher sei niemand verletzt worden. Die Polizei stehe mit dem bewaffneten Geiselnehmer in Kontakt, noch sei das Motiv des Mannes aber unklar. Ebenfalls unklar blieb zunächst, wie viele Menschen der Mann genau in dem Cafe im Geschäftsbezirk im Zentrum der Metropole gefangen hielt. Es seien aber weniger als 30, sagte die Polizeisprecherin.

Anzeichen für ein politisches Motiv

Die Geiselnahme hatte am Montagvormittag (Ortszeit) begonnen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Geiseln gezwungen wurden, eine schwarze Fahne mit einem weißen, arabischen Schriftzug in das Fenster des Cafes zu halten.

Das schürte die Vermutung, hinter der Tat könnten islamische Extremisten stecken. Die in Syrien und im Irak kämpfende Miliz Islamischer Staat verwendet ähnliche Fahnen, und Australien unterstützt die USA in ihrem Einsatz gegen die Extremisten.

Ministerpräsident Tony Abbott wollte sich nicht konkret äußern und sagte lediglich, es gebe Anzeichen für ein politisches Motiv. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt, ein Großaufgebot an Einsatzkräften war weiter vor Ort.

Auch Opernhaus wurde geräumt

Nach der Geiselnahme ist nach Medienberichten auch das berühmte Opernhaus von Sydney geräumt worden. Auf Fotos war das Gelände am Hafen völlig leer zu sehen. Mitarbeiter und Touristen berichteten Reportern außerhalb der Sicherheitszone, dass sie nicht in das Gebäude konnten. Die Pressesprecherin des Opernhauses war nicht zu erreichen, und die Polizei bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Polizeichef Andrew Scipione sagte bei einer Pressekonferenz, es seien eine Anzahl verdächtiger Aktivitäten in Sydney gemeldet worden, doch hätte sich nichts davon als möglicher Anschlag herausgestellt.

Das Opernhaus ist eine der Haupttouristenattraktionen von Sydney. Es zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher an. In Australien hat gerade der Sommer begonnen, für Sydney bedeutet das Hochsaison.