Erstellt am 01. September 2014, 14:56

Großer Schlag gegen Arzneimittelkriminalität. Wegen eines unterfrankierten Pakets ist eine Arzneimittelbande, die über Online-Apotheken mit gefälschten Medikamenten zumindest drei Millionen Euro Umsatz gemacht haben soll, aufgeflogen.

Montagfrüh schlugen Ermittler in Österreich, Ungarn und Großbritannien zu: Es gab mehrere Festnahmen und Hausdurchsuchungen, gab Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz bekannt.

Es handle sich um den "größten Schlag gegen die organisierte Arzneimittelkriminalität in Europa", hieß es bei der Pressekonferenz. Die Hauptverdächtigen sind israelische Staatsbürger, unter den Festgenommenen befinden sich auch zwei Österreicher. Laut Ermittlern wurden Bankkonten mit Einlagen von insgesamt einer Million Euro eingefroren. 130.000 Euro Bargeld stellten die Ermittler sicher. Die verkauften Präparate waren alle gefälscht und in Südostasien hergestellt worden. Sie wurden aber als Originalmittel oder Generika angeboten.

Die Ermittlungen in Österreich begannen, nachdem das unterfrankierte Paket an den vermeintlichen Absender, eine Apotheke in Spanien zurückgeschickt worden war. Dort bestritt man, das Paket versandt zu haben, was die Ermittlungen ins Rollen brachte.