Erstellt am 14. August 2014, 12:45

Großes Publikumsinteresse an ImPulsTanz. Eigentlich läuft das Wiener ImPulsTanz-Festival noch drei Tage. Bevor jedoch das internationale Tanzevent am Sonntag mit der Verleihung des "Prix Jardin d'Europe Awards" zu Ende geht, zogen die Organisatoren am Donnerstag Bilanz der heurigen Ausgabe.

Und dieses Resümee ist eindeutig: Die geplante Redimensionierung wurde nicht erreicht - wegen des großen Publikumsinteresses. So hatte man nach dem teuren Jubiläumsjahr zur 30. Ausgabe im Vorjahr eigentlich geplant, die Zahl der Vorstellungen um 15 Prozent zu senken. "Das Publikum hat es nicht zugelassen - was uns sehr gefreut hat", zeigte sich Festivalleiter Karl Regensburger glücklich über 17 angesetzte Zusatzvorstellungen.

So wurde die Auslastung in etwa auf 99 Prozent gesteigert, wobei man zwischen 31.500 bis 32.000 Theaterbesucher begrüßen konnte - die noch ausstehenden Vorstellungen bis Sonntag hochgerechnet. Im Vorjahr hatte man 95 Prozent Auslastung gezählt - allerdings auch 37.000 Karten aufgelegt. Hinzu kamen heuer 244 Kurse, bei denen man ein Buchungsplus von 17 Prozent verzeichnen konnte. "Ich war wirklich überrascht, dass wir die Buchungen auf nahezu 6.800 steigern konnten", so Regensburger. Rechnet man alle Aktivitäten wie die ImPulsTanz-Lounge hinzu, kommen die Organisatoren auf 120.000 Gäste - was nur knapp unter dem Vorjahr liegt.

"Bühne ist Ort, an dem man Ideen austauscht"

Etwas höher lag heuer mit 1,3 Mio. Euro der Anteil des Ticketverkaufs am Gesamtbudget von 5,2 Mio. Euro. Der Rest setzt sich aus Subventionen von Stadt (2,1 Mio. Euro), Bund (0,5 Mio. Euro) und EU (0,6 Mio. Euro) sowie Sponsoren-Beiträgen (0,7 Mio. Euro) zusammen.

Aber auch abseits der blanken Zahlen fällt die Bilanz der zentralen Festivalfiguren positiv aus. "Niemand ist verletzt", zeigte sich der Choreograf Chris Haring zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Und Ismael Ivo als künstlerischer Berater sieht im heurigen Programm das Theater als Ort des Diskurses gestärkt: "Wir sind keine Politiker, wir sind keine Priester - aber die Bühne ist ein Ort, an dem man Ideen austauscht."

Den offiziellen Abschluss dieses Ideenaustauschs feiert man traditionell mit der Vergabe des Prix Jardin d'Europe. Im Kasino führen Dirk Stermann und Doris Uhlich durch das Programm, in dessen Rahmen der durch eine Fachjury bestimmte Sieger des mit 10.000 Euro dotierten Preises für junge Choreografen präsentiert wird. Obendrauf gibt es eine von Deborah Sengl gestaltete Statuette und eine Residenz für das kommende Jahr.

Die Auszeichnung ist seit dem Vorjahr Teil des europäischen Projekts "Life Long Burning". So haben im Laufe des Festivals 14 Choreografen in der ImPulsTanz-Schiene "[8:tension] Young Choreographers' Series" ihre Arbeiten vorgestellt, aus denen der Sieger gekürt wird. Neben dem Hauptpreis wird es wieder einen Publikumspreis geben. Das entsprechende Portal ist noch bis 17. August geöffnet.