Erstellt am 30. Januar 2015, 16:23

von APA Red

Gruber siegte im Val di Fiemme. Zwei Jahre hat Bernhard Gruber auf seinen fünften Weltcupsieg warten müssen, am Freitag durfte er im Val di Fiemme wieder jubeln.

Der 32-jährige Salzburger stand nach drei Podestplätzen in dieser Saison ganz oben auf dem Podest, als Sechster des Springens setzte er sich mit 7,8 Sekunden Vorsprung auf den Norweger Jan Schmid durch. Der Vorarlberger Sepp Schneider wurde Vierter (+10,6).

"Heute hat alles zusammengepasst"

"Das ist ein sensationelles Gefühl, heute hat alles zusammengepasst", freute sich der Gasteiner Gruber. Den letzten Anstieg hatte er bei der WM 2013 lieb gewonnen, damals sicherte er dort Silber im Einzel und im Team-Sprint. "Mir ist beim Laufen die Erinnerung an den Bernie-Uphill eingeschossen, ich hatte schnelle Beine und habe dort noch Gas geben können", sagte Gruber. "Es war ein richtiger Genuss, den Anstieg hinaufzufliegen und als Erster die Ziellinie zu überqueren."

Vor der WM stehen noch zwei Bewerbe - ein Team-Sprint am Samstag (mit Gruber/Schneider sowie Lukas Klapfer/Philipp Orter) und ein Einzel am Sonntag - auf dem Programm. Gruber hat nach dem Erfolgserlebnis Lunte gerochen. "Das macht Lust auf mehr", meinte er und freute sich über einen Schub an Selbstvertrauen im Hinblick auf die WM. "Ich habe gezeigt, dass ich wieder gewinnen kann. Ich bin überglücklich, aber ich muss auch sagen, dass mir Predazzo besonders gut liegt."

Die Österreicher hatten nach dem Springen - nach dem Abbruch wegen wechselnden Windes kam der provisorische Wettkampfdurchgang zum Tragen - eine sehr gute Ausgangsposition. Sechs ÖSV-Athleten rangierten unter den ersten zehn und Gruber als Sechster sowie Schneider als Fünfter bewiesen auch im 10-km-Lauf gegen die heranstürmenden Verfolger Stärke.

Schmid im letzten Anstieg distanziert

Als die nach dem Springen rund eine Minute hinter Gruber zurückliegenden Norweger Jörgen Graabak (im Ziel 3./+10,2), Mikko Kokslien (5./+11,0) und Seriensieger Eric Frenzel (GER/6./+11,2) bedrohlich näher kamen, attackierte Gruber im Spitzentrio. Er distanzierte Schmid im letzten Anstieg und skatete drei Wochen vor den Titelkämpfen in Falun zum Sieg. Sein zuvor letzter Erfolg war ihm in Sotschi (2.2.2013) gelungen, im aktuellen Winter hatte er zwei zweite Plätze und einen dritten Rang geschafft.

Schneider gelang sein bestes Weltcup-Resultat - er übertraf den siebenten Platz von Oslo vom März 2014 - war aber dennoch nicht vollauf zufrieden. "Schön und gut, aber leider habe ich das Podest im Zielsprint verloren", meinte der 23-Jährige. "Das ist momentan schade, aber meine Form stimmt."

Weltmeister Frenzel kam nach fünf Siegen in Serie als Sechster ins Ziel - die Rekordserie von Hannu Manninen (FIN) mit sieben Weltcup-Erfolgen en suite hat damit weiter Bestand. Frenzel baute aber seine Weltcupführung auf 320 Punkte aus, Gruber schob sich vor dem zweiten Einzelbewerb am Sonntag auf Rang drei (321 zurück).

Von den weiteren WM-Anwärtern des ÖSV kamen Schonach-Sieger Lukas Klapfer und Philipp Orter nach schwächeren Sprüngen über die Plätze 19 bzw. 29 nicht hinaus. Vor ihnen lagen am Freitag noch Mario Seidl (9.), Wilhelm Deifl (10.), Tomaz Druml (12.) und Harald Lemmerer (14.).

Christoph Bieler ist nach den kurz vor Weihnachten erlittenen Rippenbrüchen im Springen wieder stark (3. in Predazzo), das Laufen klappt aber noch nicht nach Wunsch. Der 37-Jährige verpasste als 31. die Punkteränge knapp. Mario Stecher war für die Bewerbe im Fleimstal nicht nominiert worden.