Erstellt am 01. Mai 2015, 14:08

von APA/Red

Grüne gegen Kaputtsparen im Bildungssystem. Die Grünen haben anlässlich des Tags der Arbeit am 1. Mai unter dem Motto "Jetzt redest du" mit 50 Schülern in Linz diskutiert.

Bundessprecherin Eva Glawischnig warnte, dass ein Kaputtsparen in der Bildung zur Arbeitslosigkeit von morgen führe. Oberösterreich müsse ein Motor für eine Reform der Baustelle Bildung werden, betonte Landesrat Rudi Anschober.

Laut Statistiken seien vor allem Ungelernte, Menschen mit nicht mehr als einem Pflichtschulabschluss oder einer Lehre von Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen. "Ein Kaputtsparen bei der Bildung führt zur Arbeitslosigkeit von morgen. Ich appelliere daher an die Regierung, weitere Kürzungen im Bildungsbereich zu unterlassen", sagte Glawischnig. Rund 75.000 junge Menschen hätten keinen Schulabschluss und machten keine weitere Ausbildung. Daher hätten sie auch kaum Chancen am Arbeitsmarkt. Diese Mängel in der Ausbildung seien nicht naturgegeben. 20 Prozent der Schüler könnten nicht sinnerfassend lesen, in Finnland, Polen oder Kanada seien es nur je elf Prozent. "Es bedarf also einer Verbesserung des Bildungssystems", so Glawischnig.

Jugendliche stark von Arbeitslosigkeit betroffen

Jugendliche seien stark von Arbeitslosigkeit betroffen. Daher treten die Grünen für die Aktion "get in" ein. Im öffentlichen, kommunalen und gemeinnützigen Bereich sollen neu geschaffene Beschäftigungsverhältnisse - wie Betreuung von Menschen, Umwelt, Kultur und Bildung - ein Jahr lang zu zwei Dritteln subventioniert werden. Auf diese Weise sollen 10.000 neue Jobs im Jahr geschaffen und jungen Menschen eine Perspektive geboten werden. "Dafür braucht es konkrete Maßnahmen - so rasch wie möglich", forderte die Grüne Bundessprecherin.

Der jahrzehntelange Stillstand in der Bildungspolitik wirke sich negativ auf Oberösterreich aus. Rudi Anschober, Grüner Spitzenkandidat für die OÖ-Landtagswahl, fordert daher "einen großen Neubeginn, einen Neustart - wir brauchen die Schule des 21. Jahrhunderts, in der die Stärken der Jugendlichen im Mittelpunkt stehen". In den nächsten zwölf Monaten komme es entweder zu einem budgetären Kahlschlag und massiven Einsparungen oder man schaffe einen Neubeginn. "In dieser Phase muss sich Oberösterreich viel stärker einbringen und ein Motor für die Reform werden. Dafür wollen wir sorgen", so Anschober abschließend.