Erstellt am 27. April 2014, 22:08

Gruevski vor Sieg bei Mazedonien-Wahl. Der mazedonische Premier Nikola Gruevski steuert nach dem Ende der vorgezogenen Parlamentswahlen am Sonntag auf die Verlängerung seines Mandats zu.

Nach fast einem Drittel der ausgezählten Stimmen hält seine Partei VMRO-DPMNE bei 41,3 Prozent der Stimmen. Die oppositionellen Sozialdemokraten SDSM erhielten 20,8 Prozent und werden wohl nicht mehr aufholen.

Bei der Präsidentenstichwahl, die ebenfalls am Sonntag abgehalten wurde, führt Amtsinhaber Gjorge Ivanov mit 58,33 Prozent vor Herausforderer Stevo Pendarovski von der SDSM (38,18 Prozent) bei 30 Prozent der ausgezählten Stimmen. Beide Trends sind nicht überraschend, denn schon in Umfragen führte die Regierungspartei VMRO-DPMNE überzeugend.

Einen Unsicherheitsfaktor gab es beim Vorsprung von Ivanov, da die albanische Partei DUI indirekt zum Wahlboykott aufgerufen hatte. Der Juniorpartner in der Regierung hatte die Neuwahlen provoziert, weil sich VMRO-DPMNE nicht bereit erklärt hatte, für das Präsidentenamt einen Gemeinschaftskandidaten, der auch von Albanern akzeptiert wäre, zu nominieren.

Die DUI hatte keinen eigenen Kandidaten für das Präsidentenamt nominiert und die Albaner somit keinen Grund, zu den Urnen zu gehen, so die unausgesprochene Argumentation. Das ließ sich auch in Zahlen messen: Die Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen lag bei 59 Prozent (vorläufig), jene der Präsidentschaftswahlen bei 48,8 Prozent.

Bei den Parlamentswahlen war DUI die führende albanische Partei und hielt nach 30 Prozent der ausgezählten Stimmen bei 18,9 Prozent. In Mazedonien wird erwartet, dass VMRO-DPMNE und DUI auch in der kommenden Legislaturperiode koalieren werden.

Mazedonien könnte nach den Wahlen vor einer politischen Krise stehen, denn die Opposition will die beiden Urnengänge nicht anerkennen. Sie wirft der Regierung Manipulation vor. "Die mazedonischen Wähler wurden betrogen und die Wahlen sind gestohlen", sagte SDSM-Chef Zoran Zaev, der auf zahlreiche Verstöße während des Wahltages hinwies. Zaev sagte zu Journalisten, dass die Opposition über die weitere Vorgehensweise am Montag entscheiden werde.

Die VMRO-DPMNE konterte, dass die Opposition mit ihren Vorwürfen nur vom eigenen Versagen ablenken wolle. Die staatliche Wahlkommission teilte mit, dass die Wahlen demokratisch und ohne größere Zwischenfälle abgelaufen seien.