Erstellt am 17. September 2014, 12:59

von APA/Red

Härtetest im Titelkampf Rosberg gegen Hamilton. Die Formel-1-Saison geht allmählich in die entscheidende Phase. Im 14. von 19 Rennen wartet am Sonntag in Singapur ein physischer Härtetest auf den WM-Führenden Nico Rosberg und Co.

Der Deutsche darf sich im packenden Titel-Zweikampf mit seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton nicht einen weiteren Fehler wie zuletzt in Monza leisten.

"Natürlich war ich enttäuscht, Punkte im WM-Kampf gegen meinen Teamkollegen verloren zu haben. Aber ich liege noch immer in Führung und bin fest entschlossen, diese zu verteidigen", kündigte Rosberg vor dem härtesten Saisonrennen an. Der WM-Leader hatte in Italien Platz zwei hinter Hamilton belegt, allerdings in der Gesamtwertung noch 22 Zähler Vorsprung auf seinen härtesten Rivalen.

Diesmal soll allerdings der Spieß wieder umgedreht werden. "Normalerweise gefallen mir Straßenkurse sehr. Entsprechend hoffe ich, diesmal einen Platz besser abschneiden zu können", sagte der 29-Jährige, der diese Saison auch schon in Monaco ein Stadtrennen für sich entschieden hatte.

"Liege noch immer gut im Rennen"

Doch Hamilton hat etwas dagegen: Der Brite siegte 2009 auf dem Marina Bay Street Circuit und war auch vor knapp zwei Wochen in Monza erfolgreich, nachdem sich Rosberg zweimal verbremst hatte. "Ich bin froh, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe", ist Hamilton zufrieden. "Trotz der Höhen und Tiefen liege ich noch immer gut im Rennen um die Weltmeisterschaft. Das motiviert mich riesig für die ausstehenden sechs Rennen. Los geht es in Singapur", kündigte der WM-Zweite an.

Vier Saisonsiege holte bisher Rosberg, sechs gelangen Hamilton. Einzig Daniel Ricciardo konnte im Red Bull dreimal dazwischenfunken. Teamkollege und Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel - zuletzt dreimal nacheinander in Singapur auf Platz eins - droht hingegen die erste komplette Saison in der Motorsport-Königsklasse ohne einen einzigen Sieg.

Den Titel machen Rosberg und Hamilton wohl unter sich aus. Die beiden 29-jährigen "Kollegen" würdigen sich mittlerweile kaum mehr eines Blickes. Als Rosberg sich in Monza mit Rang zwei abfinden musste, parlierte er mit dem drittplatzierten Felipe Massa auf italienisch. Ex-Weltmeister Hamilton stand mit Handtuch überm Kopf zwei, drei Meter daneben.

Keine Zeit für Unachtsamkeiten

Am Sonntag werden die Fahrer jedenfalls keine große Hilfe mehr von ihren Crews via Boxenfunk erwarten können. Der Weltverband untersagte jegliche Infos zum Verhalten des Autos. "Es wird unvermeidlich sein, dass es einige Kontroversen darum geben wird", prophezeite bereits Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Immerhin präzisierte die FIA wenige Tage vor dem intensiven Rennen in der Nacht von Singapur, was erlaubt und was verboten sein wird.

Der 5,065-Kilometer-Kurs mit seinen 23 Kurven bietet weder Zeit zum Ausruhen noch für Unachtsamkeiten. Kein Rennen fordert die Piloten derart wie der Grand Prix im schwülheißen Singapur. "Es kommt einem so vor, als würde das Rennen ewig dauern", sagte Vettel. Und Rosberg ergänzte: "Den letzten Teil des Rennens genießt du nicht mehr, der tut nur noch weh." Noch ein Grund, sich mit dem Schampus für den Sieger abzukühlen.