Erstellt am 12. August 2014, 11:37

von APA/Red

Hamas gegen verlängerte Waffenruhe. Die radikal-islamische Hamas lehnt eine Verlängerung der dreitägigen Feuerpause im Gaza-Krieg über Mittwoch hinaus ab.

Dies teilte Moussa Abu Marsuk, Chefunterhändler der Hamas in der palästinensischen Delegation bei den Waffenruhe-Gesprächen in Kairo, am Dienstag mit. Abu Marsuk sprach von "schwierigen Verhandlungen" mit Israel.

Während die erste Runde in der vergangenen Woche ergebnislos zu Ende gegangen sei, gebe es nun aber ernsthafte Gespräche. "Dies ist die zweite und letzte Feuerpause", betonte der Hamas-Funktionär. Die palästinensische Delegation müsse die Hoffnungen ihres Volkes erfüllen, erklärte er. Die Feuerpause endet am späten Mittwochabend um 23.00 Uhr (MESZ).

Zuvor hatte es geheißen, bei den indirekten Gesprächen zwischen Israelis und Palästinensern gebe es eine leichte Annäherung. Israelische Medien berichteten am Dienstag, Israel habe sich unter anderem dafür ausgesprochen, dass Sicherheitskräfte des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas an den Kontrollen von zwei Grenzübergängen beteiligt werden.

Ausweitung der Fangzone für Fischer

Es handelt sich dabei um die Übergänge zwischen dem Gazastreifen und Israel sowie am Grenzübergang nach Ägypten. Israel habe zudem die Bereitschaft bekundet, der Überweisung von Gehältern an die Angestellten der im Gazastreifen herrschenden Hamas zuzustimmen, hieß es weiter. Dieser sollte von einer dritten Partei kontrolliert werden.

Auch die Einfuhr von Baumaterialien in den Gazastreifen solle durch internationale Beobachter überwacht werden, um den Missbrauch für militärische Zwecke auszuschließen. Der israelische Rundfunk berichtete, die Fangzone für Fischer im Mittelmeer solle auf sechs bis neun Seemeilen ausgeweitet werden. Der von den Palästinensern geforderte Bau eines See- und Flughafens in Gaza solle auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

In dem Konflikt sind nach Angaben der Behörden im Gazastreifen mehr als 1.930 Palästinenser getötet worden, die meisten von ihnen Zivilisten. Israel berichtet von 64 Soldaten und drei Zivilisten unter den Todesopfern. Der jüdische Staat begann vor einem Monat eine Offensive, um Raketenangriffe radikaler Palästinenser aus dem Küstenstreifen zu stoppen und Tunnel zu zerstören, aus denen heraus Islamisten Israel angriffen. Die Extremisten haben seitdem Tausende Geschoße vor allem auf Südisrael abgefeuert.