Wiener Neustadt

Erstellt am 03. November 2016, 08:20

von Malcolm Zottl

Österreichs Handballer mit Bruchlandung. Zum EM-Quali-Auftakt gegen Finnland hatte Österreich einen Sieg fix eingeplant. Am Ende gab es ein böses Erwachen.

Youngster Nikola Bilyk (r.) und das Österreichische Handballteam mussten sich Finnland überraschend geschlagen geben.  |  ÖHB/Pucher

Der Schock nach Abpfiff war allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Die Fans mussten enttäuscht nach Hause fahren und auch bei Österreichs Handballern herrscht nach der 27:31-Niederlage zum EM-Quali-Auftakt gegen Außenseiter Finnland Ratlosigkeit. "Wir haben zur Pause geführt. Was dann passiert ist, kann ich noch nicht einordnen, das müssen wir erst analysieren“, wirkte Teamchef Patrekur Johanesson geknickt.

Bereits in den letzten beiden Qualifikationen für ein Großereignis trafen die ÖHB-Herren auf Finnland. In vier Spielen gab es vier Siege. Und zunächst sahen die Zuseher in der Arena Nova Österreich im Vormarsch und rasch mit 3:0 in Front. Doch dann kamen die Skandinavier ins Match, kämpften sich auf 5:5 heran. So sollte es in Halbzeit eins munter weitergehen. Die ÖHB-Equipe legte vor, Finnland zog nach. Nach 24 Minuten brachte Janko Bozovic seine Farben erstmals mit +4 (14:10) in Führung. Bis zur Pause verkürzten die Skandinavier auf -2 (16:14).

Konzeptlos bis katastrophal

„Die zweite Hälfte war dann eine Katastrophe“, schüttelt Kiel-Legionär Nikola Bilyk nach der Partie den Kopf. Zu Beginn das alte Spiel. Österreich zog bis auf drei Tore davon, ehe Finnland wieder der Ausgleich gelang. „Wir haben es nicht geschafft den Vorsprung zu optimieren und auf sechs oder sieben Tore davon zu ziehen, deshalb haben wir am Ende verloren“, kiefelt Bilyk. Beim Stand von 23:23 vergab Gerald Zeiner einen Siebenmeter im Gegenzug gelang Finnland der Treffer, die Gäste nach knapp 50 Minuten erstmals in Führung. 

Österreich angesichts des Rückstands wie paralysiert, die Skandinavier zogen auf 26:23 davon. Eine zu große Hypothek für die Schlussphase, vor allem auch weil im Angriff zu viele Fehler passierten. Mit dem 27:31-Endstand müssen die ÖHB-Herren einen bitteren Rückschlag in der EM-Qualifikation für Kroatien 2018 hinnehmen.

„Es waren von Anfang an Unkonzentriertheiten dabei. Wir haben gegen die Schlagwürfe der Finnen, die wir eh schon auswendig kennen, kein Konzept gefunden“, hadert der gebürtige Kremser Zeiner. „Wenn man hinten Fehler macht und vorne nicht trifft, kann man halt nicht gewinnen“, analysiert Zeiner weiter. Am Sonntag geht es für die rot-weiß-roten Handballherren nach Bosnien. Dort braucht es einen Sieg, ansonsten gerät die EM-Qualifikation bereits in weite Ferne.