Erstellt am 22. Mai 2015, 15:30

von APA/Red

Berg "ist dabei sich aufzulösen". Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben die Situation auf einem Berg in Mittertrixen bei Völkermarkt am Freitag verschärft.

 |  NOEN, APA (LPD Kärnten)

"Der Berg ist dabei, sich aufzulösen", sagte Bezirkshauptmann Gert Klösch am Freitag nach einem Inspektionsflug dem ORF Kärnten. Die Seeberg-Bundesstraße (B82) bleibt jedenfalls über Pfingsten gesperrt, die Arbeit im nahen Steinbruch wurde stark eingeschränkt.

150.000 Kubikmeter Material hatten sich Anfang der Woche in Bewegung gesetzt, jetzt dürften es bereits deutlich mehr sein. Laut Klösch ist mit massiven Abbrüchen und Steinschlag zu rechnen. Es sind weitere Bewegungen am Bergkamm festgestellt worden, der Kamm wird sich mit ziemlicher Sicherheit ablösen. In welche Richtung das Material wegbrechen wird, ist derzeit aber noch nicht absehbar.

Wegen des Steinschlags ist die Straßensperre unbedingt notwendig, laut Bezirkshauptmannschaft besteht beim Befahren akute Lebensgefahr. Da immer wieder Autofahrer die Scherengitter einfach umfahren, musste die Polizei ausrücken, um die Sperre durchzusetzen.

Personen aus zwei Häusern evakuiert

Der Verkehr wird großräumig über die Görtschitztaler Straße und die Packer Bundesstraße umgeleitet. Einheimische können die Ausweichroute über Waisenberg und St. Margarethen ob Töllerberg benutzen. Die zwei Wohnhäuser, die evakuiert wurden, dürfen ebenfalls nicht wieder bezogen werden. Ein Ehepaar ist bei Verwandten untergekommen, das zweite Haus wurde nur am Wochenende benutzt.

Maßnahmen müssen auch im Steinbruch unterhalb der Rutschungen getroffen werden, das Arbeitsinspektoat sei eingebunden, sagte Klösch. Nun gehe es auch um eine technisch-juristische Bewertung. Für den Unternehmer ist das Ganze eine massive Betriebseinschränkung, innerhalb des Betriebes wurde ein Teil bereits gesperrt, dort herrscht ein Betretungsverbot. Vorerst soll noch keine Totalsperre verhängt werden, das könnte aber noch kommen.

Die Ursache für die Rutschungen steht vorerst noch nicht fest. Anrainer vermuten laut Medienberichten, dass die Sprengungen im Steinbruch daran schuld sein könnten. Das wird seitens des Unternehmens strikt zurückgewiesen.