Erstellt am 10. Juni 2015, 14:52

von APA Red

Harnik warnte vor verfrühter EM-Euphorie. Trotz der komfortablen Tabellenführung in der Qualifikationsgruppe G hat der österreichische Fußball-Teamspieler Martin Harnik vor einer verfrühten EM-Euphorie gewarnt.

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Bei noch fünf ausständigen Partien sei das Rennen um einen Startplatz bei der EURO 2016 nach wie vor völlig offen, betonte der Flügelspieler am Mittwoch in Wien.

"Wir ziehen keine Parallelen zum Hinspiel"

Vor dem Gastspiel am Sonntag (18.00 Uhr MESZ/live ORF eins) in Moskau liegt die ÖFB-Auswahl vier Punkte vor Schweden und fünf Zähler vor Russland. "Diese Ausgangsposition kann trügerisch sein", mahnte Harnik. "Wir wollen nicht auf die Euphoriebremse treten oder pessimistisch sein, aber es ist erst die Hälfte der Quali gespielt. Es ist nicht nur rechnerisch, sondern auch praktisch noch alles möglich."

Gegen die Russen müsse man am Ende einer langen Saison "noch einmal alles raushauen, was in uns steckt". Zuversicht für die Partie gegen die "Sbornaja" verbreitet ein Blick auf die Statistik - die jüngsten vier Spiele in der Fremde wurden allesamt gewonnen. "Wir hatten lange eine Auswärtsschwäche, aber die Gesamtverfassung der Mannschaft ist besser geworden. Ich betrachte das als Lohn harter Arbeit", erklärte Harnik.

Das bevorstehende Duell mit Russland sei nicht mit jenem vergleichbar, das die Österreicher im November des Vorjahres in Wien mit 1:0 gewonnen haben. "Wir ziehen keine Parallelen zum Hinspiel. Das Match am Sonntag ist nicht planbar, doch wir werden versuchen, auf alles vorbereitet zu sein", meinte der 50-fache Internationale (11 Tore).

Schalke, HSV und Hannover an Stürmer dran?

Der Stuttgart-Legionär reiste mit dem Erfolgserlebnis des in letzter Minute geschafften Klassenerhalts zum ÖFB-Team. "Wenn man den Abstiegskampf positiv beendet, setzt das gewisse Energien frei. Aber immer brauche ich das nicht."

Gut möglich, dass Harnik der Abstiegskampf zumindest im Stuttgart-Trikot künftig erspart bleibt - deutsche Medien berichteten zuletzt von Clubs wie Schalke, Hamburger SV oder Hannover als möglichen Interessenten. "Dass in der Clubfußball-losen Zeit Gerüchte auftauchen, liegt auf der Hand, weil ich nur noch ein Jahr Vertrag habe", sagte der gebürtige Deutsche.

Ein Wechsel in der aktuellen Transferperiode ist daher nicht ausgeschlossen. "Es gibt keine persönliche Tendenz. Dadurch, dass ich in einer komfortablen Situation bin, weil ich noch Vertrag habe, kann ich alles auf mich zukommen lassen", sagte der Deutschland-Legionär, der auch mit dem VfB Gespräche über eine Verlängerung führt.

Die Unterschrift unter sein kommendes Arbeitspapier müsse wohlüberlegt sein, so Harnik. "Der nächste Vertrag ist wahrscheinlich der letzte meiner Profi-Karriere", vermutete der seit Mittwoch 28-Jährige. "Es wäre schön, wenn ich noch sechs, sieben Jahre spielen könnte. Aber realistisch ist ein Karriereende mit 32, 33."