Erstellt am 17. Dezember 2015, 15:14

von APA/Red

Hayböck, Kraft als ÖSV-Hoffnungen für Engelberg. Das österreichische Skispringerteam hat vor der Tournee-Generalprobe Aufholbedarf. Die Teams aus Norwegen und Deutschland reisen mit wesentlich formstärkeren Mannschaften zu den Weltcup-Bewerben am Wochenende in Engelberg.

Stefan Kraft und Michael Hayböck, die Besten der vergangenen Vierschanzen-Tournee, tragen in der Schweiz die ÖSV-Hoffnungen.

Nur dieses Duo hat aus dem Kreis der Schützlinge von Heinz Kuttin in den bisherigen fünf Bewerben zumindest je eine Platzierung im Vorderfeld geschafft. Kraft war in Lillehammer Vierter (1 Durchgang), sein Zimmerkollege holte zuletzt in Russland den zweiten Platz. Von einer kompakten Mannschaft, die der Cheftrainer vor dem Saisonauftakt zu haben glaubte, war bisher aber nichts zu sehen.

Gregor Schlierenzauer, mit 53 Siegen der erfolgreichste Springer im Weltcup, kann sein Potenzial wie schon in den zwei Saisonen zuvor nicht wie erhofft zeigen. Der 25-Jährige nahm sich schon zum zweiten Mal eine Auszeit, nach den (später ohnehin abgesagten) Bewerben in Kuusamo verzichtete der zweifache Tourneesieger auch auf Nischnij Tagil und Engelberg, wo er viermal gewonnen hat. In Oberstdorf wolle er wieder im Aufgebot dabei sein, erklärte Schlierenzauer.

Manuel Fettner (9.) und Manuel Poppinger (10.) schafften es je einmal in die Top Ten. Routinier Andreas Kofler, dreifacher Gewinner in Engelberg, hofft nach einer Auszeit und Sondertraining noch auf die Wende zum Besseren.

Die Norweger stellten hingegen nach dem Karriereende von Anders Bardal durch Daniel-Andre Tande und Kenneth Gangnes bereits zwei Premierensieger und waren durch insgesamt fünf verschiedene Springer auf dem Podest vertreten. "Wenn einer Probleme hat, springt ein anderer ein", freute sich Cheftrainer Alexander Stöckl nach dem Wochenende in Russland.

DSV-Coach Werner Schuster, ebenfalls ein Österreicher, ist ebenfalls zufrieden. "Unsere Mannschaft, aktuell mit Severin Freund, Richard Freitag und Andreas Wellinger an der Spitze, verfügt über eine große Qualität. Diese wollen wir in Engelberg zeigen", kündigte Schuster an.

Kraft und Hayböck besitzen jedoch das Potenzial, in der Schweiz mit Deutschen, Norwegern und dem slowenischen Weltcup-Spitzenreiter Peter Prevc um die Spitzenplätze mitzumischen. Kraft vermisst noch die Sicherheit der vergangenen Saison. "Bis jetzt war es einfach aus unterschiedlichsten Gründen sehr schwer, einen Rhythmus zu finden. Aber die Richtung ist schon in Ordnung. In Engelberg gilt es jetzt, weiter daran zu arbeiten", erklärte der 22-jährige Salzburger.

Hayböck hatte mit dem zweiten Rang am Sonntag in Russland (nach dem 28. am Vortag) auch Kuttin Bewunderung abgerungen. "Ich hoffe, dass diese zwei Wettkampfsprünge ihm soviel Selbstvertrauen geben, dass er es weiter so durchziehen kann", sagte der Kärntner damals.

Der Oberösterreicher Hayböck blickt schon Richtung Tournee. "Jetzt geht es darum, an den letzten Details zu feilen. Der Podestplatz in Russland hat mir viel Sicherheit gegeben. Natürlich kommst du ins Grübeln, wenn es am Beginn einer Saison nicht so gut läuft. Trotzdem haben wir die Ruhe bewahrt und mit der Bestätigung, dass der Weg stimmt, kann ich nun positiv an die nächsten Aufgaben herangehen", betonte der 24-Jährige. Im Vorjahr war Hayböck in Engelberg zweimal Dritter, die Gross-Titlis-Schanze zählt zu seinen liebsten Bakken.