Erstellt am 02. November 2014, 19:41

von APA/Red

Heimniederlage für ÖHB-Männer in EM-Quali. Der Traum von der Qualifikation für die EM 2016 in Polen ist für Österreichs Handball-Männer schon nach zwei Spielen in weite Ferne gerückt.

Vier Tage nach der klaren 16:27-Auftaktniederlage bei Weltmeister Spanien musste sich die ÖHB-Auswahl am Sonntag in der Wiener Albert-Schultz-Halle vor rund 6.000 Zuschauern Deutschland mit 24:28 (11:12) geschlagen geben und hat nun denkbar schlechte Karten. 

Nur der Erste bzw. Zweite der Gruppe, in der weiters Finnland wartet, lösen das Ticket für die Endrunde, auch der beste Dritte der sieben Pools ist weiter. Spanien, das die Finnen bereits am Samstag besiegt hatte, führt nun mit vier Zählern vor den punktegleichen Deutschen, die die EM 2014 verpasst hatten und nur dank einer Wildcard zur WM 2015 fahren. Österreich und Finnland sind noch punktelos.

Für Österreichs Coach Patrekur Johannesson war es auch eine Niederlage im Trainerduell mit seinem isländischen Landsmann Dagur Sigurdsson, der einst Österreich bei der Heim-EM 2010 zu Platz neun geführt hatte. Die nächsten Pflichtspiele für Österreich stehen bei der WM in Katar im Jänner 2015 an. Die nächste EM-Quali-Partie gegen Finnland steigt erst Ende April kommenden Jahres.

Goalie Marinovic war der bestimmende Mann

Ohne den lädierten Kapitän Viktor Szilagyi, der schon in Spanien gefehlt hatte, hatte Österreich im Angriff neuerlich einen schweren Stand. Die Konterspezialisten Raul Santos und Robert Weber kamen nicht ins Laufen, der Gegner hingegen bekam mehrere Gegenstöße serviert. Diese Abspielfehler, mangelndes Tempo und einige Fehlwürfe trübten trotz eines unermüdlichen Regisseurs Vitas Ziura das Bild in der Offensive. Gerettet wurde die erste Hälfte dank einer starken Defensivleistung. Vor allem Goalie Nikola Marinovic mit neun Paraden vor dem Seitenwechsel war der bestimmende Mann, der Uwe Gensheimer und Co. die Nerven zog und die Gastgeber im Spiel hielt.

Nach der Pause zog Deutschland auf 14:11 bzw. 15:12 davon und schien die Oberhand zu gewinnen. Doch Rot-weiß-Rot kämpfte sich auf 15:15 zurück (38.) und hielt die Partie trotz einer neuerlich durchwachsenen Angriffsleistung lange Zeit offen. Doch spätestens mit dem ersten Vier-Tore-Vorsprung (21:17) zehn Minuten vor Schluss war die Chance auf den ersten so ersehnten Heimsieg dahin. Der Weltmeister 2007, der sich derzeit in einer Umbruchphase befindet, musste die Hausherren in einer hitzigen Schlussphase zwar noch einmal auf drei Tore 23:26 (58.) herankommen lassen, brachte den Sieg schließlich aber über die Runden.