Erstellt am 12. Februar 2015, 16:47

von APA Red

Heinisch-Hosek kündigte Konsequenzen an. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat nach den Problemen beim Hochladen der vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) im Zuge der neuen AHS-Matura "sofortige Konsequenzen" angekündigt.

Das verantwortliche Projektteam werde mit zusätzlichem Personal verstärkt und bekomme eine neue Leitung, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag.

"Darf keinerlei Verzögerung mehr geben"

Sie habe bereits eine "genaue Untersuchung der Angelegenheit eingeleitet", so die Ministerin. Die mit der Abwicklung beauftragte Linzer Firma sei angewiesen worden, sofort alle technischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um das reibungslose Hochladen zu gewährleisten.

"Es darf keinerlei Verzögerung mehr geben. Wir haben im Vorfeld bereits Server-Stresstests verlangt und auch auf die zu erwartende Menge hingewiesen. Die Firma hat uns sowohl Kapazität als auch reibungslosen Ablauf vertraglich zugesichert."

Rund um die vorhandenen Landeskoordinatoren zur Reifeprüfung würden in den Bundesländern Informationsteams aufgebaut, "um die direkte Kommunikation mit SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen direkter zu gestalten und besser zu gewährleisten", hieß es weiters. Die Ministeriums-Juristen prüfen, ob die Verträge korrekt eingehalten wurden.

AHS-Lehrer zeigten sich verärgert

Derzeit haben laut Heinisch-Hosek knapp 4.800 Maturanten ihre VWA hochgeladen, das ist etwas mehr als die Hälfte der für diese Woche erwarteten Arbeiten. Zum Vergleich: Am Mittwoch Abend waren es noch knapp 3.000. In Wien und Niederösterreich endet am Freitag die Abgabefrist für die VWA. Dafür reicht es aber nun, die Arbeiten in elektronischer (Mail, USB-Stick) und gedruckter Form an der Schule abzugeben.

Parallel zur Abgabe der fertigen Arbeiten läuft derzeit auch die Einreichung der VWA-Themen für die Maturanten des kommenden Jahres. Auch sie müssen diese auf der gleichen Online-Plattform hochladen. Bisher haben 6.100 Schüler der siebenten Klasse dies bereits geschafft.

Verärgert über die Probleme beim Hochladen der vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) im Zuge der Matura sind die AHS-Lehrer. "Das war völlig unnötig und hat zu enormer Unruhe geführt", meinte der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin, zur APA. Natürlich seien diverse kleine Probleme bei der neuen Matura unvermeidlich - eine Überlastung des Servers dürfe aber nicht passieren.

Anders als vom Bildungsministerium zunächst kommuniziert hätten nicht nur Schüler, die zu große Datenmengen auf die Genehmigungs-Datenbank des Ministeriums hochladen wollten, Probleme gehabt, zeigen zahlreiche der APA vorliegende Mails von Lehrern und Direktoren. Auch die Pädagogen selbst hatten Dienstag und Mittwoch keinen Zugriff. Zum Teil sei nicht einmal die Seite erreichbar gewesen.

Andere Lehrer scheiterten dann beim Einloggen in die Datenbank, weitere beim Abrufen der Plagiatsscan-Ergebnisse der VWA. Die Plagiatsüberprüfung ist auch der Hauptgrund, warum die Arbeiten hochgeladen werden müssen.

Damit die Schulen die nötige Software nicht selbst organisieren müssen, läuft der Plagiats-Check über die Online-Plattform. Die Lehrer erhalten dann die Ergebnisse und lassen diese Resultate in ihre Beschreibung der Arbeit einfließen (die Benotung erfolgt erst nach der Präsentation und Diskussion der VWA, Anm.).