Erstellt am 25. Juni 2015, 11:42

von APA Red

Heinisch-Hosek will mehr Frauen in Führungsjobs. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) will den Frauenanteil in Führungspositionen erhöhen und pocht dafür auf eine Quote für die Privatwirtschaft.

 |  NOEN, APA (Punz)

Die Besetzung von Aufsichtsräten läuft nämlich derzeit nicht gerade mit System, sondern vor allem über persönliche Netzwerke, erklärte Edeltraud Hanappi-Egger von der WU Wien am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

16,2 Prozent Frauenanteil weisen die österreichischen Aufsichtsräte in der Privatwirtschaft auf, 2005 waren es überhaupt erst 7,6 Prozent. Es gebe also Fortschritte, "aber wir sind noch nicht auf der Überholspur", erklärte Heinisch-Hosek bei der Präsentation des Projekts "Women are top" ("Frauen sind Spitze"). Die Ministerin will nun ihre Forderung nach einer Frauenquote in Aufsichtsräten wieder verstärkt in Sozialpartner-Gespräche einbringen, kündigte sie an.

Bei dem Projekt hat sich das Institut für Gender und Diversität an der WU etwa der Frage gewidmet, ob den entscheidenden Personen überhaupt bewusst ist, wie sie handeln. Die Forschungsarbeit habe ergeben, dass kaum eine Profilerstellung stattfinde und die Suche nach geeigneten Führungskräften kaum nach System erfolge - "außer, dass man immer auf dieselben Netzwerke zurückgreift", erläuterte Hanappi-Egger.

Dabei handle es sich um persönliche Netzwerke, Hobby-Vereine, "Jagdgesellschaften". Und während dann bei Männern das Argument des persönlichen Vertrauens alles schlage, werde von Frauen verlangt, ein "Wunderwuzzi" zu sein.

Damit Entscheidungsträger in Unternehmen ihre Handlungs- und Entscheidungsmuster reflektieren können, hat die WU eine Online-Simulation (auf ) entwickelt, wo die Spieler frei werdende Posten im Aufsichtsrat neu besetzen können und dann Feedback erhalten. Das Tool soll auch in Lehrveranstaltungen eingesetzt werden.

Optimismus, dass sich an der derzeitigen Situation doch etwas ändert, versprühte Ingrid Mairhuber von der Forschungs- und Beratungsstelle FORBA. Beim Austausch mit Unternehmen im Rahmen des Projekts seien diese sehr interessiert gewesen an vorbildhaften Maßnahmen anderer Betriebe, berichtete Mairhuber. Solche Maßnahmen sind ebenfalls auf der Homepage zu finden.