Erstellt am 18. April 2015, 09:57

Heinz Lindner sucht neue Aufgabe. Heinz Lindner sucht eine neue Herausforderung. Österreichs Fußball-Internationaler verlässt die Wiener Austria mit Saisonende nach über zehn Jahren beim Verein. Der 24-Jährige will bei den Violetten bis dahin noch die Marke von 200 Pflichtspielen knacken. Danach führt den Torhüter der Weg ins Ausland.

"Gespräche werden geführt, es gibt Interessenten", sagte Lindner nach der diese Woche offiziell gewordenen Entscheidung über seinen bevorstehenden Abschied aus Wien-Favoriten. Der Vertrag des Linzers läuft mit Saisonende aus, Gespräche über eine Verlängerung hatten kein Ergebnis gebracht. Lindner verlässt die Austria damit ablösefrei.

Seinen letzten Arbeitstag will Lindner wenn möglich am 3. Juni erfolgreich gestalten. Dann steht in Klagenfurt das Cup-Endspiel auf dem Programm. Um dorthin zu gelangen, muss die in dieser Saison strauchelnde Austria im Halbfinale erst die Hürde WAC nehmen. Die Kärntner sind am Sonntag auch Gegner in Wien, Lindner machte vor der Partie eine Blessur in der Leistengegend zu schaffen. Sein Einsatz ist ungewiss.

Mit der Austria will der Oberösterreicher trotzdem noch den einen oder anderen Sieg einfahren. "Es ist eine Herzensangelegenheit von mir, die Sache zu hundert Prozent professionell abzuwickeln. Ich werde alles dafür tun, das Bestmögliche rauszuholen", betonte der Schlussmann. Dass seine Saison ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei war, ist Lindner bewusst. Er hat mit dem Verein in den vergangenen Jahren ohnehin schon so manches Wellental durchschritten.

Der aus der Fußballakademie Linz in jungen Jahren zur Stronach-Akademie gestoßene Lindner gab am 13. Februar 2010 in Kapfenberg als Joker für den verletzten Szabolcs Safar sein Oberhaus-Debüt. 2010/11 avancierte er zum Stammkeeper. 2011/12 musste er für Pascal Grünwald Platz machen, konnte den Platz im Tor aber wieder zurückerobern. Seither ist Lindner bei der Austria nicht mehr wegzudenken. 196 Pflichtspiel-Auftritte stehen aktuell zu Buche.

"Ich war meine ganze Karriere bei der Austria. Aber ich spüre, dass die Zeit gekommen ist, den nächsten Schritt zu machen", sagte Lindner, der von einer deutschen Spieleragentur vertreten wird. Zu seinen genauen Zukunftsplänen wollte er sich nicht äußern. Fest steht aber eines: "Wichtig ist, den Schritt in eine gute Liga zu machen, wo eine neue Aufgabe wartet. Dort kann ich bei null anfangen und mein Bestes geben."

Der Weg ins Ausland blieb Lindner bisher verwehrt. Nach auch für ihn sehenswerten Auftritten in der Champions League 2013 wurde dem FC Basel Interesse an einer Verpflichtung nachgesagt. In der diesjährigen Winterpause war eine Transfer zum spanischen Erstligisten Cordoba Thema. Bisher blieb es freilich bei Gerüchten. "Bei einem Transfer muss oft vieles passen. Das war in der Vergangenheit nicht der Fall", erklärte Lindner nun.

Mit einem Vereinswechsel wartet auf Lindner auch eine neue Herausforderung. Mit Blick auf eine mögliche EM-Teilnahme mit Österreich im kommenden Jahr wäre ein Stammplatz nicht unwesentlich. Vor einem möglichen Konkurrenzkampf um den Platz zwischen den Pfosten hat Lindner aber keine Angst: "Die Sicherheit, zu hundert Prozent zu spielen, hat man nie."