Erstellt am 11. März 2016, 17:54

von APA/Red

Heta-Gläubiger ließen Frist verstreichen. Im Dilemma um die Schulden der Bad Bank Heta (früher Hypo Alpe Adria) haben die großen Gläubiger das Rückkaufangebot Kärntens für landesgarantierte Heta-Anleihen nicht angenommen, bestätigte eine Sprecherin des Gläubigerpools.

 |  NOEN, APA

Große Gläubigergruppen haben das Kärntner Rückkaufangebot abgelehnt. Die Äußerungen von Land und Bund waren am Freitagabend noch verhalten, weil erst am Montag der Rücklauf "amtlich" sein dürfte. Der Finanzminister bedauerte die Entwicklung.

"Falls es tatsächlich zu einer Nichtannahme käme, passiert grundsätzlich einmal gar nichts", meinte Schelling in einer Ministeriumsmitteilung am Freitagabend. Es sei ein freiwilliges Angebot gewesen. Der nächste Schritt sei der Schuldenschnitt durch die Finanzmarktaufsicht (FMA), der in jedem Fall gekommen wäre, auch ohne das freiwillige Rückkaufangebot des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds.

Umschuldung brachte keine Wende

Am Vorabend der heutigen Deadline war Schelling schon deutlicher gewesen: Dieser Haircut der FMA werde "viel dramatischer" sein als im (mittlerweile abgelehnten) Abfindungsangebot. Zur Erinnerung: Kärnten hat den Heta-Anleihegläubigern angeboten, ihnen Anleihen im Volumen von mehr als 10 Mrd. Euro mit 25 Prozent Abschlag abzulösen. Vorfinanziert werden sollte ein solcher Deal hauptsächlich mit Krediten vom Bund. 75 Prozent Quote auf Senior Bonds war den großen, vor allem deutschen, Gläubigern (Banken, Versicherungen, Fonds) zu wenig. Auch ein kurzfristiger Nachschlag in Form einer Umschuldung in günstige Nullkuponanleihen der Republik hat keine Wende mehr gebracht.

Schelling hatte zuletzt mehrfach die konzertierte Ablehnung innerhalb eines mehrere Milliarden schweren Gläubigerpools gegeißelt. "Bedauerlich wäre", so der Minister heute Abend in der juristisch offenbar nötigen "Möglichkeitsform," eine Nichtannahme vor allem für die Vernünftigen unter den Gläubigern, die das Angebot gerne angenommen hätten."

Finanzminister: Angebot war attraktiv

"Für uns ändert sich nichts", so der Finanzminister. "Es wurde nur ein freiwilliges, attraktives Angebot - in erstmaliger Umsetzung der EU-Richtlinie zur Bankenabwicklung - ausgeschlagen". Verloren hätten jene, "die wirtschaftliche Vernunft ausgeschlagen haben."

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und Finanzlandesrätin Gaby Schaunig (SPÖ) warnten davor, voreilig von einem Scheitern des Angebots zu sprechen. "Abgerechnet wird zum Schluss", erklärte der Landeshauptmann. Erst nach Vorliegen eines offiziellen Ergebnisses am Montag könne es eine "verantwortungsbewusste, seriöse Kommentierung" geben, so Kaiser.

Interesse an einvernehmlichenrLösung

"Wir haben das Angebot wie angekündigt nicht angenommen, sondern abgelehnt." Man wolle aber weiterreden, verlautete von der im Verhältnis kleinen Gläubigergemeinschaft Teutonia Freitagabend. "Wir bestehen weiterhin auf der vollen Erfüllung unserer Forderungen und sind nach wie vor an einer gemeinsamen, einvernehmlichen Lösung interessiert", so der Teutonia-Vertreter Urs Fähndrich. Er appellierte ans Land Kärnten und Finanzminister Schelling, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen. Eine Gesprächsverweigerung sei kontraproduktiv. Außerdem koste jeder verstreichende Tag dem südlichsten Bundesland alleine an Verzugszinsen 1,5 Mio. Euro.

Der Bund will sich erst am Montagmittag zum Ergebnis äußern.