Erstellt am 12. März 2015, 05:34

von APA/Red

Hilfsorganisationen werfen UNO Versagen in Syrien-Krise vor. 21 Hilfsorganisationen haben dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen völliges Versagen in der Syrien-Krise vorgeworfen.

Der UNO sei es nicht gelungen, die Menschen in dem Land zu schützen, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht "Failing Syria" (Versagen in Syrien) zum vierten Jahrestag des Beginns der Proteste (am 15. März), die schließlich zum Bürgerkrieg führten.

Die 21 Gruppen - darunter Oxfam, World Vision, Pax Christi International, Save the Children und Handicap International - bewerteten ihren Syrien-Bericht als "katastrophales Zeugnis" für die UNO und die Konfliktparteien. Seit 2011 seien 220.000 Menschen getötet worden.

Resolutionen ohne Wirkung

Die Helfer werfen dem Sicherheitsrat vor, dass keine seiner drei Resolutionen etwas bewirkt habe. Statt geschützt zu werden, hätten die Syrer das blutigste Jahr des Konflikts erlebt. 76.000 Menschen seien getötet worden, mehr als ein Drittel der insgesamt 220.000 Toten der vierjährigen Gewalt. Die Zahl der kaum zu erreichenden Hilfsbedürftigen habe sich trotz einer UNO-Resolution auf 4,8 Millionen mehr als verdoppelt. 5,6 Millionen Kinder seien auf Hilfe von außen angewiesen, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

"Die bittere Realität ist, dass der UNO-Sicherheitsrat die UNO-Resolutionen nicht umgesetzt hat. Das vergangene Jahr war das dunkelste seit Ausbruch dieses fürchterlichen Krieges", sagte Kathrin Wieland von Save the Children. Robert Lindner von Oxfam sagte: "Die Regierungen einflussreicher Staaten müssen endlich dafür sorgen, dass der Konflikt nicht weiter angeheizt wird und dass die Nothilfemaßnahmen massiv ausgeweitet werden." Sie müssten den Druck auf die Konfliktparteien erhöhen.

Den Helfern von UNO und anderen Hilfsorganisationen könnte auch noch das Geld ausgehen. Schon 2013 waren die UNO-Hilfsmaßnahmen nur zu 71 Prozent ausfinanziert, heißt es in dem Bericht. Im vergangenen Jahr seien es dann nur noch 57 Prozent gewesen. Derzeit seien 3,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien in den Nachbarländern. Den Prognosen der Helfer zufolge werden es Ende des Jahres 4,3 Millionen sein.