Erstellt am 14. Januar 2015, 17:48

von LPD NÖ

Suche nach Terror-Verdächtigem. Nachdem die Staatsanwaltschaft St. Pölten die Festnahme von Mertkan G. angeordnet hat, wird fieberhaft nach dem 14-Jährigen gesucht.

Die Fahndung nach Mertkan G. läuft.  |  NOEN, LPD NÖ

Der 14-jährige Mertkan G., der wegen des dringenden Verdachtes, das Verbrechen der terroristischen Vereinigung, das Vergehen der Anleitung zur Begehung einer terroristischen Straftat, sowie das Vergehen der gefährlichen Drohung begangen zu haben, am 28. Oktober 2014 festgenommen wurde, ist seit dem Dienstag (13. Jänner 2015) abgängig. Nach einer Haftprüfung wurde er am 11. November "unter Anwendung von gelinderen Mitteln" enthaftet.

Hinweise an Verfassungsschutz und Polizei erbeten

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat nach gerichtlicher Bewilligung die Festnahme angeordnet. Der derzeitige Aufenthaltsort von Mertkan G. ist unbekannt.

Es konnte ermittelt werden, dass er sich am späten Dienstagnachmittag im Bereich Wien-Hütteldorf aufgehalten haben dürfte. Entsprechende Fahndungsmaßnahmen wurden eingeleitet. Der Reisepass war dem 14-Jährigen nach Angaben der Bewährungshilfe bereits im Herbst entzogen worden.
 
Die Amtshandlung wird vom Landesamt Verfassungsschutz geführt. Sachdienliche Hinweise werden an das Landesamt Verfassungsschutz, Telefonnummer 059133-30, oder jede andere Polizeidienststelle erbeten.

Verschwinden laut Polizei "nicht absehbar"

Das plötzliche Verschwinden eines im Herbst in St. Pölten festgenommenen und wieder entlassenen terrorverdächtigen Jugendlichen vom Dienstag sei "nicht absehbar" gewesen, sagte Andreas Zembaty vom Verein Neustart, der die Bewährungshilfe des 14-Jährigen organisiert. Die Mutter habe ihren Sohn als abgängig erklärt, nachdem dieser von der Schule nicht nach Hause gekommen war, hieß es.

Zwei Mal pro Woche habe der Jugendliche seit November Bewährungshilfe bekommen, bestätigte Zembaty einen Bericht des "ORF NÖ" am Donnerstag. Der Kontakt zu dem 14-Jährigen habe sich darauf konzentriert, zunächst eine Beziehung herzustellen, die auf Vertrauen beruhte.

"Es war notwendig, ihm bei Alltagskonflikten mit Schule und zu Hause, wie es bei einem Jugendlichen üblich ist, zu helfen", so Zembaty. Parallel dazu habe der 14-Jährige auch Gespräche mit einem islamischen Theologen zu religiösen Themen geführt. "Das hat auch geklappt", betonte er.

"Keine Hinweise, dass er Kontakt abbrechen wollte"

Das letzte Gespräch mit dem Bewährungshelfer sei am Montag bei ihm zu Hause geführt worden. "Es gab keine Hinweise, dass er diesen Kontakt abbrechen wollte oder in einer Krise steckte", sagte Zembaty. Trotzdem müsse es aus der Sicht des Jugendlichen einen Grund gegeben haben, nun zu verschwinden. "Für uns ist das besorgniserregend", so Zembaty.

Konkrete Hinweise auf den derzeitigen Aufenthaltsort des 14-Jährigen gebe es bisher nicht, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft St. Pölten am Donnerstagvormittag. Entsprechende Fahndungsmaßnahmen wurden eingeleitet. Die Amtshandlung wird vom Landesamt Verfassungsschutz geführt.